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■ Mit Just-in-time auf du und duAutobauer unter Druck

Frankfurt/Main (taz) – Aktuell hat Opel tatsächlich keine Probleme mit dem Standort Deutschland, wohl aber mit dem Standort Spanien. Der Streik der Lkw-Fahrer dort hat dafür gesorgt, daß in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach die Produktion nicht mehr oder nur noch in gedrosseltem Umfang stattfinden kann. Es feht an rund 400 in Spanien produzierten Teilen für die Modelle Vectra, Omega, Astra und Cadillac-Catera, seit die „rollenden Lager“ (Just-in- time-production) stillstehen.

In Rüsselsheim müssen die meisten MitarbeiterInnen deshalb heute und morgen zu Hause bleiben; angesparte Überstunden im Rahmen betrieblich vereinbarter Arbeitszeitkorridore machen es möglich. Die Vectra-Produktion ruht bereits seit dem vergangenen Freitag. Produktionsausfall insgesamt: 5.700 Fahrzeuge. Auch in Bochum wurde gestern die Astra-Produktion eingestellt. Davon betroffen sind rund 8.000 MitarbeiterInnen.

Der Streik der Lkw-Fahrer in Spanien kommt die Autobauer in Deutschland teuer zu stehen. Ab heute auch Kurzarbeit bei der Polo-Produktion im VW- Stammwerk in Wolfsburg; seit Dienstag ist dort kein Polo mehr vom Band gerollt. Es fehlt an Karosserieteilen und Lenkstangen. Und sollte der Streik in Spanien weitergehen, wird es ab nächster Woche auch „eng“ werden für die Golf-Produktion, klagte ein VW-Sprecher. Auch bei Ford droht der Stillstand, wenn nicht noch Material mit der rasch gebuchten Bahn aus Spanien in Köln eintrifft – ein Ausweg, den die Kölner schon beim Streik der französischen Fernfahrer vorigen Herbst suchten. BMW und Audi suchen ebenfalls nach eigenen Angaben „fieberhaft“ nach Alternativen zum Lkw- Transport.

Doch zurück zur Lagerhaltung an den eigenen Werken und weg von der Lagerhaltung in Lkw auf den europäischen Fernstraßen will keiner. Das könne sich kein Autohersteller in Europa mehr leisten, hieß es gestern aus Vorstandskreisen der Adam Opel AG in Rüsselsheim. Und umsteigen auf die Bahn? Da lachte das für Personal- und Zulieferangelegenheiten zuständige Vorstandsmitglied von Opel bei einem Hörfunkinterview sarkastisch: „Da hätten wir beim wochenlangen Eisenbahnerstreik in Frankreich aber alt ausgesehen.“ Der Streik der Fernfahrer in Spanien sei immerhin der erste in 10 Jahren, der ernsthaft die Automobilproduktion in Deutschland tangiere – „und hoffentlich auch der letzte“. kpk

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