Migrationspolitik unter Trump: USA stoppen Vergabe von Einwanderungsvisa für 75 Staaten
Aussetzung tritt am 21. Januar in Kraft und wird mit Sicherheitsbedenken begründet sowie der Sorge, Einwanderer könnten Hilfsleistungen benötigen.
Foto: Mike Blake/reuters
rtr | Die USA setzen die Bearbeitung von Einwanderungsvisa für Antragsteller aus 75 Ländern aus. Dies teilte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch mit. Die Aussetzung trete am 21. Januar in Kraft. Zuerst hatte der Sender Fox News von diesem Schritt berichtet.
In einem von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen internen Dokument des Ministeriums hieß es, alle Richtlinien, Vorschriften und Anweisungen würden genau unter die Lupe genommen, um ein Höchstmaß an Überprüfung und Sicherheitskontrolle für alle US-Visumantragsteller zu gewährleisten.
Zudem bestehe bei Antragstellern aus diesen Ländern ein hohes Risiko, dass sie auf staatliche Leistungen in den USA angewiesen sein könnten. „Das Außenministerium wird von seiner seit Langem bestehenden Befugnis Gebrauch machen, potenzielle Einwanderer für unzulässig zu erklären, die der öffentlichen Hand zur Last fallen und die Großzügigkeit des amerikanischen Volkes ausnutzen würden“, sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher Tommy Pigott.
Die Maßnahme ist Teil eines verschärften Vorgehens gegen Einwanderung, seit Donald Trump wieder als US-Präsident im Amt ist. Der Denkfabrik Cato Institute zufolge handelt es sich um die „migrationsfeindlichste Agenda in der amerikanischen Geschichte“, die allein im nächsten Jahr rund 315.000 legale Einwanderer abweisen würde.
Besuchsvisa zur Fußball-WM nicht betroffen
Besuchsvisa sind von der Regelung nicht betroffen. Die USA richten 2026 mit Mexiko und Kanada die Fußball-WM aus, 2028 finden die Olympischen Spiele in Los Angeles statt.
Die Aussetzung betrifft folgende Länder: Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Antigua und Barbuda, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Bahamas, Bangladesch, Barbados, Belarus, Belize, Bhutan, Bosnien, Brasilien, Kambodscha, Kap Verde, Kolumbien, Kuba, Dominica, Dominikanische Republik, Elfenbeinküste, Eritrea, Fidschi, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Guatemala, Guinea, Haiti, Irak, Iran, Jamaika, Jemen, Jordanien, Kamerun, Kasachstan, Kirgistan, Kosovo, Kuwait, Laos, Libanon, Liberia, Libyen, Marokko, Moldau, Mongolei, Montenegro, Myanmar, Nepal, Nicaragua, Nigeria, Nordmazedonien, Pakistan, Republik Kongo, Russland, Ruanda, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sri Lanka, Sudan, Südsudan, Syrien, Tansania, Thailand, Togo, Tunesien, Uganda, Uruguay und Usbekistan.
Im Dezember hatte die US-Regierung Einwanderungsanträge für Menschen aus 18 Staaten gestoppt und Einreiseverbote für Menschen aus 7 Ländern verhängt. Damit sind insgesamt Bürger von fast 40 Staaten von Einreiseverboten betroffen. Schon im Juni 2025 war die Liste der Einreiseverbote („Travel Ban“) erweitert worden.
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