Mel Marker von Shirley Holmes: „Lang lebe die Stromgitarre!“

Die Sängerin und Gitarristin über weibliche Role Models in der Rockmusik, Musiker-Arbeit in Corona-Zeiten und das neue Album von Shirley Holmes.

Melanie „Mel“ Marker

Melanie „Mel“ Marker, Sängerin und Gitarristin Foto: Stephanie Steinkopf

taz: Frau Marker, Sie als Rockmusikerin …

Mel Marker: Da muss ich unterbrechen. Ich bin Musikerin.

Ihr Beruf ist also Musikerin …

Auch nicht ganz richtig. Die Musik ist meine hauptsächliche Beschäftigung. Ich habe einen Job, mit dem ich mein Geld verdiene. Aber in die Musik stecke ich die meiste Zeit.

Wie viel Ihrer Zeit stecken Sie in Ihre Band, die gerade ihr neues Album „Die Krone der Erschöpfung“ herausgebracht hat?

Schon ziemlich viel. So eine Erschöpfung muss man sich schließlich hart erarbeiten. Ich würde grob schätzen, wenn ich das Schlafen abziehe, beschäftige ich mich siebzig Prozent meiner Zeit mit der Band. Wir haben inzwischen zwar Unterstützung beim Konzert-Booking und jetzt auch ein aktives Label, was eine sehr große Erleichterung ist, aber wir machen trotzdem noch das allermeiste selbst.

Und wie viel von den 70 Prozent sind tatsächlich Musikmachen zusammen mit Co-Sängerin und Bassistin Miss Ziggy und Schlagzeuger Chris?

Wenn wir nicht gerade an einem neuen Album arbeiten, nicht viel, vielleicht zwanzig Prozent.

Melanie „Mel“ Marker verrät nicht, wann sie geboren wurde, aber dass es in Hagen geschah, der Stadt von Nena, Extrabreit und Inga und Annette Humpe. Dort wuchs Marker auch auf, bevor sie in verschiedenen Ländern in verschiedenen Fächern diverse Abschlüsse machte. Heute lebt sie in Berlin und jobbt als Bildredakteurin.

Ist das nicht frustrierend?

Doch! Vor allem jetzt, da wir keine Konzerte spielen können, was wir über alles lieben. Eigentlich wären wir gerade auf Tour. Aber glücklicherweise machen auch die meisten anderen Dinge auf der Liste Spaß. Und es werden auch wieder andere Zeiten kommen.

Hat Corona Sie ausgebremst?

Ja, man könnte sagen, es war eine Vollbremsung. Am 13. März, als Konzerte verboten wurde, sollten wir eigentlich mit Slime im SO 36 spielen. Das Konzert wurde eine Stunde, bevor wir losfahren wollten, abgesagt. Und dann ging es Schlag auf Schlag so weiter, bis der ganze Konzertsommer gekillt war. Aus verständlichen Gründen.

Einige Künstler haben wegen Corona ihre Alben verschoben. Sie nicht. War das ein Fehler?

Ich weiß ja nicht, wie es ohne Corona gelaufen wäre. Diesmal scheint aber, nach ein paar coronabedingten Anlaufschwierigkeiten, die Medienresonanz auf das Album größer als sonst. Es gab mehr Interviewanfragen und wir haben gerade sogar unsere erste Coverseite auf einem Magazin bekommen. Es fehlen aber die Konzerte, durch die man neue mediale Aufmerksamkeit bekommt, Fans gewinnt und auch Folge-Engagements – das gilt gerade für uns, weil wir eine ziemlich engagierte Live-Band sind.

Melanie „Mel“ Marker.

Melanie „Mel“ Marker am Ufer der Spree in Berlin Foto: Stephanie Steinkopf

Das Live-Geschäft ist generell wichtiger als die CD, oder?

Wenn es darum geht, was die Band einspielt, ist das Album nachrangig. Man braucht es quasi als Visitenkarte, aber Geld verdienen wir damit nur in Verbindung mit Konzerten. Wobei wir eh nur über Kostendeckung reden. Durch die Auftritte und die Umsätze mit Merchandising, die man bei den Konzerten macht, kommen ungefähr 80 Prozent des Geldes rein.

Wie gleichen Sie das jetzt aus?

Wir versuchen die Ausfälle durch die abgesagten Konzerte wenigstens zum Teil damit auszugleichen, dass wir jetzt einen mit viel Liebe und Dilettantismus gebauten Shop auf unserer Website haben, in dem wir CDs, LPs, Shirts und andere schöne Sachen anbieten.

Bedroht Corona eine Band wie Shirley Holmes in ihrer Existenz?

Für uns persönlich ist es kein existentielles Problem, weil wir alle unser Geld an anderer Stelle verdienen. Ich möchte meinen Job wirklich nicht missen. Denn das Gefühl, von CD-Verkäufen und Konzerten abhängig zu sein, würde mich auch ohne Corona ziemlich belasten. Die meisten Bands können nicht allein von den Band-Einnahmen leben. Für viele ist Corona eine noch viel größere Herausforderung als für uns.

Wie organisiert man eine Band in solchen Zeiten? Proben Sie noch?

Im Moment ist alles nur Orga. Ich finde das aber nicht nur negativ, denn das ist das erste Mal, dass nicht absehbar immer irgendeine drängende Deadline ansteht. Ich will mich nicht beschweren, mein persönliches Hamsterrad hat ja viele tolle Seiten, aber jetzt steht es erst einmal still und wir haben endlich mal Zeit – und da bin ich sehr gespannt, was das musikalisch mit dieser Band macht.

Hoffen Sie, doch noch Rockstars zu werden?

Lang lebe die Stromgitarre! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Aber das ist nicht der Grund, warum Sie das machen?

Shirley Holmes wurde von Mel (Gitarre, Gesang) und Miss Ziggy (Bass, Gesang) 2007 in Berlin gegründet. „Eigentlich sollten wir Shirley Holmes & her Favourite Pussy heißen“, erzählt Marker, „aber der damalige Schlagzeuger war dagegen, weil er fest daran glaubte, dass er mit Pussy gemeint sei.“ Danach ist der Schlagzeugschemel ein Schleuderstuhl, aber auch mit wechselnden Drummern erspielen sich Shirley Holmes über die Jahre einen Ruf als energiegeladene Live-Band. Chris heißt der Richtige, der 2017 zur Band kam. „Die Krone der Erschöpfung“ (Rookie Records/Indigo), das dritte Album der Band, ist am 24. April erschienen. (taz)

Nein. Wahrscheinlich haben wir drei bloß einen an der Klatsche. Natürlich gab es immer wieder Momente, in denen ich echt gezweifelt habe. Früher kam es schon mal vor, dass wir 500 Kilometer gefahren sind, um dann vor zehn Leuten zu spielen. Da fragt man sich schon: Wozu reiß ich mir hier das Popöchen auf? Das waren dann zwar oft Konzerte, bei denen es abging und am Schluss alle, Publikum und Band, auf der Bühne getanzt haben. Auch sehr schön ist, dass man über die Jahre eine ganze Menge spannende und tolle, wahnsinnig engagierte Menschen kennenlernt, die genauso brennen für die Musik wie wir selbst.

Was heißt, für die Musik brennen?

Das heißt vielleicht, dass man weiß: Ich mache Musik, also bin ich. Das heißt, dass man für die Musik so vieles auf sich nimmt, dass jeder normale Mensch denkt: Du hast doch ein riesengroßes Rad ab. Du aber sagst: Ich mach das, ich find’s geil.

Was genau ist so geil?

Manchmal bastel ich mitten in der Nacht an einem Song, und dann ist plötzlich alles da und fühlt sich richtig an, groß und rund und vollkommen. Das ist wie die volle Ladung Liebe und Harmonie. Dann glitzert schon manchmal auch ein Glückstränchen im Auge. Und die Energie, die sich im Proberaum oder auf der Bühne entlädt. Der fette Sound, wenn ich meine Gitarre anschlage. Bämm! Ich liebe es. Es gibt diese Augenblicke auf der Bühne, wenn alles perfekt ist: die Musik als vollendeter Klangkosmos. Und man ist mitten drin als Teil davon. Und im Idealfall gibt man von diesem Glücksgefühl und von dieser Energie dann etwas ab, es überträgt sich aufs Publikum. Und wenn man dann in strahlende Gesichter vor der Bühne schaut, das ist manchmal überwältigend. One Love. Okay, ich gebe zu, ich bin eine Hippie.

Und was ist mit den alten Klischees von Sex & Drugs & Rock ’n’ roll?

Also, mit den Leuten, mit denen wir unterwegs sind, geht es mittlerweile relativ gesittet zu. Auch Musikerinnen und Musiker werden älter, bekommen Kinder und müssen einen Gang runterfahren. Ich bin schon gern die Letzte auf der Party, aber auch ich habe irgendwann lernen müssen, dass ich nicht mehr nach jedem Konzert endlos weiterfeiern kann, wenn die Tour am nächsten Tag weitergeht.

Wann haben Sie erkannt, dass Sie Musik machen wollen?

Eher spät. Ich bin ganz klassisch in die Musik reingerutscht. Wir haben zu Hause viel gesungen, irgendwann war ich plötzlich in der Schulband, dann hat eine andere Band eine Sängerin gesucht, es kam die nächste Band und so weiter. Ich hab mir mit der Zeit ein paar Instrumente draufgeschafft, und irgendwann bin ich auf Leute getroffen, die sich im Biz besser auskannten, es hat mich noch mehr gepackt und ich bin es zielgerichteter angegangen. Aber es gab nicht den einen Moment, in dem ich gedacht habe: Hey, jetzt will ich Rockstar werden. Ich wusste irgendwann nur, dass ich mit der Musik mehr will. Wenn man das nicht spüren würde, könnte man wohl auch nicht über so lange Zeit so viel reinstecken.

Sie wissen also schon sehr lange, dass Sie Musikerin sind?

Eigentlich weiß ich das tatsächlich erst seit sieben, acht Jahren. Davor habe ich einfach gedacht: Ich mache Musik. Aber zu sagen: Ich bin Musikerin oder gar Künstlerin, das war noch mal eine echte Entscheidung. Ich bin zwar eigentlich ein zielgerichteter Mensch, aber Musikmachen wird von anderen nicht immer ernst genommen. Da heißt es dann schnell: Was machst du so? Ah so, ein bisschen brotlose Kunst. Und man denkt ja auch selbst oft so, hat selbst das Gefühl, man müsste jetzt doch mal etwas – in Anführungsstrichen – Richtiges machen.

Und die Musik war das nicht, etwas Richtiges?

„Zu sagen: Ich bin Musikerin oder gar Künstlerin, das war noch mal eine echte Entscheidung“

Die Musik war mir zwar unglaublich wichtig, aber das musste ich mir selbst erst einmal so richtig eingestehen. Das kam, als ich in meinem Brotjob mehrfach explizit sagen musste: Tut mir leid, ich möchte hier nicht aufsteigen, ich möchte nur zwei Tage die Woche arbeiten, weil ich mich den Rest der Woche ganz unbedingt mit Musik befassen muss. Das Leben kann sehr kurz sein, und ich habe mich gefragt: Was will ich eigentlich wirklich machen? Was ist mein Weg, was kann ich, was macht mich glücklich? Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung plötzlich leicht. Seitdem bin ich viel entspannter, weil ich mir nicht mehr so viele Fragen stelle, sondern denke und fühle: Das ist richtig so und es wird sich schon alles irgendwie fügen.

Haben Sie als Kind Rockstar-Posen vor dem Spiegel geübt?

Ha, nicht dass ich mich erinnern könnte. Vielleicht fehlten mir als Mädchen damals die einschlägigen Role Models. Ich habe erst vor zwei Jahren zum ersten Mal L7 live gesehen …

... die legendäre Alternative-Rockband aus Los Angeles, ein Frauen-Quartett.

Die haben mich einfach weggeblasen. So einen selbstverständlichen, authentischen Umgang von Frauen mit harter Rockmusik, dieses souveräne, lässige Runterrocken und die Kraft dahinter, so hatte ich das noch nie live gesehen. Ich wünschte wirklich, ich hätte das erlebt, als ich ein Teenie war. Hätten mehr Mädels früher schon L7 gesehen, gäbe es heute mehr Frauen in der Rockmusik, davon bin ich überzeugt. Liebe Eltern, schickt eure Töchter auf L7-Konzerte! Oder natürlich auf unsere.

Man hat aber den Eindruck, die größten Popstars heute sind Frauen.

Für den Popbereich mag das gelten. Aber Frauen mit Gitarren? Das wird zwar langsam mehr, aber ausgeglichen ist das Verhältnis noch lange nicht. Wir haben uns zwar daran gewöhnt, oft die einzigen Frauen im Backstage zu sein, aber komisch fühlt es sich zuweilen immer noch an.

Gibt es noch „Ausziehen“-Rufe bei Konzerten?

Haben wir jetzt schon seit Jahren nicht mehr erlebt. Mir scheint, wir haben bei der Locationauswahl inzwischen einen ganz guten Riecher. Aber ich hoffe, es liegt vor allem daran, dass jemand, der so etwas ruft, heute damit rechnen muss, von Personen neben ihm eine deutliche Ansage zu kriegen. In den Bereichen, wo wir unterwegs sind, gibt es jedenfalls schon viel Veränderung durch Frauensolidarität: Es gibt Netzwerke, man unterstützt sich und hilft sich.

Aber es gibt noch Sexismus in der Szene?

Ja, klar. Man hört schon noch Sprüche und wird belächelt, wenn mal mit der Technik nicht gleich alles funktioniert. Und wenn die Band wie bei uns aus zwei Frauen und einem Mann besteht, will der Veranstalter auch gerne mal mit dem Mann das Geschäftliche regeln, weil die Mädels können ja nur Beiwerk sein. Generell ist auch das besser geworden und wir sind hauptsächlich in Gefilden unterwegs, in denen die Leute sich dieser Dinge voll bewusst sind, aber solche Sachen passieren nach wie vor. Es geht genauso sexistisch zu wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft. Generell ist es schade, dass es immer noch nicht genug Vorbilder im Mainstream gibt, nicht genug Frauen mit Instrumenten auf der Bühne – dann würden sich Mädchen zum Geburtstag auch mal eine Gitarre wünschen oder Drum-Sticks. Wir haben übrigens für dieses Album zum ersten Mal überhaupt ein paar Songs mit einer Frau aufgenommen, mit Sylvia Massy, die mit Leuten wie Prince, Tool oder den Red Hot Chili Peppers gearbeitet hat, eine der wenigen Frauen, die es in dem Bereich so weit gebracht hat. Einmal hat sie alle außer Ziggy und mich aus dem Studio geschmissen, damit wir konzentriert und in Ruhe an Gesangspassagen arbeiten konnten. Da ist mir bewusst geworden, dass ich so eine Situation noch nie hatte: Ausschließlich Frauen arbeiten in einem Studio. Verrückt.

Sind Sie für eine Quote, wie sie manche Festivals schon umsetzen?

Ich sehe mich zwar als Feministin, aber ich bin nicht unbedingt für Vorschriften. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass hier eine Quote Sinn macht – zumindest für eine gewisse Zeit, bis alle sensibilisiert sind. Hin und wieder haben wir das Gefühl, wir werden als Quotenfrauen angefragt, und natürlich fühlt sich das eher mittelprächtig an. Wir möchten einfach wegen unserer musikalischen Leistung gebucht werden. Aber gut, besser Quotenfrau als gar keine Frau, es zählt das Ziel. Und wenn es dann alle gelernt haben, kann man die Quote ja auch ganz fix wieder abschaffen.

„Es kracht sichtbar auf der Welt an allen Ecken, und auch vor der Haustür stapeln sich förmlich die Aggressionen, die sich analog und digital entladen. Wir haben nicht beschlossen, politischer zu werden, es ging gar nicht anders“

Wenn die Quote nicht funktionieren sollte, kann man mit Musik die Welt verändern?

Wahrscheinlich nicht allein, aber man kann Denkanstöße geben. Eine Band steht ja für mehr. Es kommt auch darauf an, in welchen Kontexten man auftritt und auftaucht, in welchen Clubs man spielt und bei welchen Festivals. Man hat als Band eine Plattform und sendet nicht nur mit der Musik eine Botschaft. Wir spielen viel auf Festivals und in Clubs, die sich gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus positionieren und für eine offene Gesellschaft stehen, engagieren uns für die #LeaveNoOneBehind-Kampagne der Seebrücke, die sich gegen die unhaltbaren Zustände in den Lagern an den EU-Außengrenzen einsetzt, und schauen auch im Kleinen, was geht, kaufen etwa Fairtrade-Shirts als Bandmerch ein.

Aber auch mit Musik. Shirley ­Holmes war nie so politisch wie auf dem neuen Album.

In älteren Songs war die Kritik eher zwischen den Zeilen, jetzt ist sie direkter. Wir haben uns verändert, so wie sich die Zeit ja auch verändert hat. Es kracht sichtbar auf der Welt an allen Ecken, und auch vor der Haustür stapeln sich förmlich die Aggressionen, die sich analog und digital entladen. Wir haben nicht beschlossen, politischer zu werden, es ging gar nicht anders. Die Texte wollen ja aus dir raus, sind der Ausdruck dessen, was uns beschäftigt. Auf „Die Krone der Erschöpfung“ befindet sich auch zum ersten Mal für Shirley Holmes ein Coversong, „Der alte Krieg“, ursprünglich geschrieben von Gerd Semmer und Dieter Süverkrüp, Liedermachern der Friedensbewegung der frühen 60er Jahre.

Wie kam es dazu?

Durch einen von den Musikerinnen und Journalistinnen Kerstin und Sandra Grether kuratierten Liederabend im Brecht-Haus. Bands von heute sollten da Protestlieder von damals neu interpretieren. Die Grethers gehören übrigens auch zu diesem Kreis von den gerade genannten Menschen, mit denen wir uns zusammenschließen. Sie haben als quasi Erfinderinnen des Pop-Feminismus in Deutschland schon so vieles vorangetrieben.

Sie werden manchmal aber auch ganz konkret: In „Wolf von Brandenburg“ werfen Sie der CDU vor, sie instrumentalisiere die Rückkehr des Wolfes.

Ein interessantes Beispiel, weil wir uns ausgerechnet da vorher gar keine Gedanken gemacht haben. Wir hatten eigentlich nur Ziggys neues Vocal-Effektgerät ausprobiert, sie hat einfach improvisiert, mit Worten rumgesponnen. Das war nicht geplant, sondern ist ein „Märchen aus dem Proberaum“, so haben wir es dann auch im Booklet genannt. Aber als jemand, die viel liest und sich mit allen möglichen Themen beschäftigt und die auch noch eine Freundin hat, die in Brandenburg in der Nachbarschaft von Wölfen lebt, hat sie dann eben solche Eingebungen.

Kommen Texte und Lieder bei Shirley Holmes oft auf diese Weise zustande?

Wir texten oft erst mal so, wir mögen das freie Assoziieren. Mir ging es schon ein paar Mal so, dass ich bei meinen eigenen Texten, die auf diese Art entstanden sind, erst später in der Tiefe verstanden habe, was mein Unterbewusstsein da eigentlich auf dem Herzen hatte. Bei diesem Freidrehen geht es halt manchmal auch um musikalisch sperrigere Themen, um Indianerkostüme, vegane Majonnaise oder auch um eine „Scheißkapsel im Weltraum“. Das haben wir auch alles mitgeschnitten, hat es aber nicht aufs Album geschafft, obwohl es schon sehr amüsant war. Aber wer weiß? Wenn es irgendwann zwingende aktuelle Gründe gibt, bringen wir das ja vielleicht doch noch raus.

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