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Mehr Krieg in Sierra Leone

■ Westafrikanische Eingreiftruppe wird verstärkt. Anschuldigungen gegen Liberia

Berlin (taz) – Die westafrikanische Regionalorganisation Ecowas verstärkt ihr Eingreifen im Bürgerkriegsland Sierra Leone. Nach einem entsprechenden Aufruf der Ecowas-Außenminister bei einem Treffen in der Elfenbeinküste am Montag sollen demnächst 400 Soldaten aus Mali und 100 aus Gambia die Eingreiftruppe „Ecomog“ in Sierra Leone verstärken. Nigeria, das 7.000 der 10.000 Ecomog- Soldaten stellt, hatte am Sonntag bereits 600 zusätzliche Soldaten nach Sierra Leone entsandt. Die Ecowas appellierte auch an die Elfenbeinküste, Benin und Niger, Truppen zu entsenden.

Die Ecomog kämpft in Sierra Leone gegen die Rebellenbewegung „Revolutionäre Vereinigte Front“ (RUF), die die Regierung von Präsident Ahmed Tejan Kabbah stürzen will. RUF-Einheiten haben in den vergangenen Wochen erhebliche Geländegewinne erzielt. Auf dem Außenministertreffen beschuldigte der nigerianische Ecomog-Kommandant Timothy Shelpidi erneut Liberia, die RUF zu unterstützen. In einem Interview sprach er von einer Destabilisierung der Region, die „sehr sehr ernst“ werden könne.

Die militärische Eskalation in Sierra Leone dämpft die auf dem letzten Ecowas-Gipfel in Nigeria entstandenen Hoffnungen, die Ecowas würde zukünftig mehr auf eine politische Konfliktlösung in Westafrika zusteuern. Es scheint lediglich eine Tendenz zu geben, daß die Ecowas Militärinterventionen nicht mehr Nigeria allein überlassen will, sondern verstärkt auch kleinere Länder miteinbezieht. So kommen bei der derzeit beginnenden Ecomog-Stationierung in Guinea-Bissau die ersten 120 Soldaten aus Togo. D.J.

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