Luftschläge im Südlibanon: Sechs Tote trotz Waffenruhe
Ungeachtet der verlängerten Feuerpause setzen Israel und Hisbollah ihre Angriffe fort. Im Südlibanon kommen dabei mehrere Menschen ums Leben, die Gespräche über Frieden bleiben fragil.
afp | Trotz der Verlängerung der Feuerpause sind bei israelischen Angriffen im Libanon am Freitag nach libanesischen Angaben sechs Menschen getötet worden. Zwei weitere Menschen seien bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, sie habe sechs Hisbollah-Kämpfer bei einem Feuergefecht im südlibanesischen Dorf Bint Dschbeil getötet.
„Die Luftangriffe des israelischen Feindes auf den Südlibanon heute, am 24. April, führten zum Märtyrertod von sechs Bürgern und zur Verwundung von zwei weiteren“, erklärte das Ministerium in einer Stellungnahme. Den Angaben zufolge wurden zwei der Menschen in Wadi al-Hudschair getötet, zwei weitere in Tulin und je einer in Srifa und Jater – alle Orte liegen im Südlibanon.
Ob die vom libanesischen Gesundheitsministerium gemeldeten Toten in Verbindung mit den von der israelischen Armee gemeldeten tödlichen Angriffen standen, war zunächst nicht klar. Seit Beginn des Krieges im Libanon am 2. März sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 2.491 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden.
Der Irankrieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Anfang März nahm die Hisbollah infolge der Tötung des obersten iranischen Führers Ali Chamenei Israel unter Beschuss. Daraufhin flog Israel massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Die UN-Friedenstruppe im Libanon (Unifil) gab indes am Freitag bekannt, dass ein indonesischer Blauhelmsoldat im Krankenhaus Verletzungen erlegen sei, welche er am 29. März bei einem Angriff erlitten hatte. Ende März hatte Unifil erklärt, dass bei einem Angriff ein Blauhelmsoldat getötet und ein weiterer verletzt worden seien. Eine vorläufige UN-Untersuchung ergab, dass der Soldat durch eine israelische Panzergranate getötet wurde.
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag eine Verlängerung der Waffenruhe für den Libanon um drei Wochen bekannt gegeben – sie wäre eigentlich am Sonntag ausgelaufen. Während dieser Zeit sollen Israel und die libanesische Regierung einen dauerhaften Friedensvertrag aushandeln.
Trump kündigte dazu ein Dreiertreffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu „in den kommenden Wochen“ in Washington an. Er sehe „sehr gute Chancen“ für ein Friedensabkommen noch in diesem Jahr, sagte Trump.
Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz setzten ihre gegenseitigen Angriffe am Freitag jedoch fort. Die Hisbollah feuerte Raketen auf den Norden Israels ab und rief die Regierung in Beirut auf, sich aus den Verhandlungen mit Israel über eine dauerhafte Friedenslösung zurückzuziehen. Netanjahu warf der Miliz vor, den Friedensprozess zu „sabotieren“.
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