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Londoner Börse limitiert FuturesSpekulation mit Öl begrenzt

Die Londoner Terminbörse limitiert Wertpapiere, mit denen auf steigende Ölpreise gewettet wird. Das soll Spekulanten daran hindern, allzu viele und große Geschäfte einzugehen.

BERLIN taz Die Terminbörse in London will die Spekulation mit Erdöl bremsen. Künftig sollen Limitierungen für sogenannte Futures gelten. Futures sind Wertpapiere, mit denen eine künftige Warenlieferung zu einem vorher festgelegten Preis vereinbart wird. Die Londoner Intercontinental Exchange folgt damit einer Aufforderung der Aufsichtsbehörden in Großbritannien und den USA. An der Rohstoffbörse New York Mercantile Exchange gelten solche Limitierungen bereits, die Spekulanten hindern sollen, allzu viele und große Kontrakte einzugehen.

Die US-Aufsichtsbehörde für den Terminhandel mit Rohstoffen will auch andere Börsen auffordern, diesem Beispiel zu folgen, damit die Händler der Regulierung nicht einfach ausweichen können. Dabei hatte gerade die Behörde noch bis vor kurzem gepredigt, die Spekulanten hätten mit der Preisexplosion rein gar nichts zu tun. Jetzt aber beklagt sie die Manipulationsanfälligkeit des Ölmarktes.

Wie groß der Einfluss der Spekulanten auf die Ölpreise ist, ist umstritten. Experten verweisen darauf, dass die Nachfrage nach Erdöl in den vergangenen fünf Jahren nur um etwa zehn Prozent zugenommen hat, während sich aber zugleich der Wert der offenen Öl-Terminkontrakte im Tagesdurchschnitt verzehnfachte. Hedgefonds und spezielle Rohstofffonds stiegen zuhauf in den Markt ein und trieben die Nachfrage nach den Wertpapieren und damit auch deren Preise in stratosphärische Höhen.

Der Ökonom Paul Krugman von der Princeton-Universität hält dagegen, dass Spekulanten nur dann den Ölpreis auf längere Sicht beeinflussen könnten, wenn sie eine zusätzliche Nachfrage nach dem tatsächlichen Rohstoff schaffen, beispielsweise indem sie Öl horten. Doch solche Öllager gebe es nicht. Krugmans Prognose: Öl wird auch ohne Spekulanten langfristig teuer sein.

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