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Lehrer muss nun doch gehen

RECHTSAUSSEN Nach langem Konflikt: Pädagoge mit rechten Kontakten verlässt Waldorfschule in Minden

taz | Die Entscheidung fiel der Freien Waldorfschule Minden nicht leicht. Am Montagnachmittag erklärte die Schule, sich von ihrem Lehrer Wolf-Dieter Schröppe zu verabschieden. „Wir haben uns im Einvernehmen getrennt“, sagt Ulrich Schubert, Sprecher der Schule. „Es war ein beschwerlicher Weg. Aber auch durch den öffentlichen Druck war keine andere Möglichkeit mehr gegeben.“

Seit April dieses Jahres hatte die Schule in der nordrhein-westfälische Stadt über die rechten Verstrickungen Schröppes gestritten. Ein Konflikt hatte das Kollegium gespaltet. Zwei Schülerinnen hatten auf Berichte über die Ahnenstätte Conneforde hingewiesen: Auf dem Friedhof bei Oldenburg lassen sich gerne Altnazis beerdigen. Vorsitzender des Trägervereins ist: Schröppe.

Vor sieben Jahren übernahm er das Amt von dem Rechtsextremen Alfred Mahnke. Der Lehrer hielt zudem Kontakte zu weit rechts stehenden Gruppen und veröffentlichte Beiträge in einschlägigen Publikationen.

Ein Gutachten aus dem Kollegium der Waldorfschule attestierte dem Kollegen keine rechtsextreme Gesinnung. Eine Untersuchung der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus“ in Detmold resümierte indes, dass sich in Schröppes Texten „Denk- und Argumentationsmuster der ‚völkischen Ideologie‘ “ wiederfänden. Zudem tauchte ein jahrzehntealtes Foto auf, das Schröppe mit dem SS-Kriegsverbrecher Erich Priebke zeigt.

Die Waldorfschule hatte mit der Mobilen Beratung überlegt, inwieweit durch eine moderierte Reflexion eine weitere Zusammenarbeit möglich sein könnte. Sprecher Schubert verwies aber auf den öffentlichen Druck: „Die Schule hätte das nicht mehr ausgehalten“, sagt er.

Schon im Juni hatte der „Bund der Freien Waldorfschulen“ die Trennung von Schröppe gefordert, sonst könne der Ausschluss der Schule aus dem Verband überprüft werden. Als Frist hatte der Bund den Schulbeginn nach den Sommerferien in NRW gesetzt – den heutigen Mittwoch. Andreas Speit

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