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Krisenvorsorge der Bundesregierung„Update“ der Lebensmittel-Notreserve soll anlaufen

Die neue Bedrohungslage in Europa rückt die Vorsorge mit wichtigen Nahrungsmitteln stärker in den Blick. Der Notfallplan soll erneuert werden.

Alois Rainer (CSU), Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat, will die Pläne für die Lebenmittelvorräte erneuern Foto: Sebastian Gollnow/dpa

dpa | Bundesernährungsminister Alois Rainer will eine Erneuerung der Lebensmittelvorsorge in Deutschland für große Krisenlagen in den kommenden Monaten in Gang bringen. „Der Anschlag auf das Stromnetz in Berlin hat gezeigt, wie dringlich ein Update unserer Notfallreserve ist“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. „Wir schieben das nicht auf die lange Bank. Ich werde dieses Jahr nutzen, eine Finanzierung für das Update auf die Beine zu stellen.“

Rainer konkretisierte damit Überlegungen für ein „weiteres Sicherheitsnetz“, das aus der „vollen Bandbreite“ an Lebensmitteln in haltbarer Form in Dosen bestehen soll. „Wir haben seit den sechziger Jahren an etwa 150 Standorten Reserven mit Getreide, Erbsen, Linsen und Dosenmilch. Das alles muss aber erst verarbeitet werden, wir brauchen deshalb zusätzlich verzehrfertige Gerichte in Konserven“, erläuterte er. „Ich sehe das wie den Airbag im Auto: Hoffentlich braucht man ihn nie, aber es ist beruhigend, dass er da ist.“

Der Minister verwies auf seinen Vorschlag, zur Umsetzung auch Strukturen des Lebensmitteleinzelhandels zu nutzen. „Der hat bereits große Lagerkapazitäten und auch Fahrzeuge, um Produkte im Krisenfall zu verteilen.“ Dafür müssten Rahmenbedingungen gewährleistet sein. „Und das muss es uns wert sein.“

Rainer betonte: „Meine Verantwortung als Ernährungsminister ist, dass im Krisenfall niemand hungern muss.“ Dabei beginne Versorgungssicherheit nicht erst am Supermarktregal, sondern schon dort, wo Lebensmittel entstehen. Land- und Ernährungswirtschaft müssten daher bei Notfallszenarien mitgedacht werden. „Sie sind kritische Infrastruktur.“ Der Minister erläuterte: „Das heißt nicht, dass Bauern mit ihren Schleppern bei Krisenübungen mitfahren.“ Mitgedacht und vorbereitet werden müssten aber etwa Szenarien, was geschehe, wenn die Wasserversorgung der Tiere unterbrochen ist oder die Futterversorgung der Betriebe zusammenbricht.

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