: Krebs-Bluttest: Bericht gestoppt
Gericht untersagt Abschlussbericht zur umstrittenen Bluttest-Studie
Ein Gericht hat die Vorstellung des Abschlussberichts in der Heidelberger Bluttest-Affäre vorläufig gestoppt. Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Karlsruhe gab am Dienstag einem Eilantrag des Chefs der Universitäts-Frauenklinik, Christof Sohn, statt. Die Aufsichtsratsvorsitzende der Uniklinik Heidelberg sagte daraufhin die Pressekonferenz zur Vorstellung des Abschlussberichts in letzter Minute ab.
Das Verwaltungsgericht teilte zur Begründung mit, dass vor dem Hintergrund des gegen Sohn eingeleiteten Disziplinarverfahrens noch offen sei, ob die Vorwürfe zutreffen. „Ungesicherte Vorwürfe gravierender Art dürften aber nicht vom Antragsgegner in die Öffentlichkeit getragen werden.“
Sohn hatte im Februar einen angeblichen Bluttest zur Erkennung von Brustkrebs vorgestellt – zu früh und entgegen zahlreicher Bedenken, so die Vorwürfe. Es habe unter anderem eine hohe Fehlerrate gegeben, und die Daten der Versuche seien nicht reproduzierbar gewesen.
Der Vorsitzende der Kommission und Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Matthias Kleiner, hatte im Juli „Führungsversagen, Machtmissbrauch und Eitelkeit“ in der Klinik diagnostiziert. Auf der übergeordneten Ebene habe falsch verstandene Wissenschaftsfreiheit dazu geführt, dass niemand die Pressekonferenz und Pressekampagne zum Bluttest verhindert habe.
Sohn habe von der mangelnden Validität der Testergebnisse gewusst, hatte die ehemalige Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt gesagt, die ebenfalls Vorsitzende der Kommission ist. Der Klinikchef sei von mehreren Beteiligten vor einer frühzeitigen Veröffentlichung gewarnt worden.
Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete unter Berufung auf den Abschlussbericht, dass mehrere Vorstände der Uniklinik in unterschiedlichem Ausmaß über die schlechten Testergebnisse und auch die PR-Kampagne informiert waren. Die Affäre hat bereits zu personellen Konsequenzen in der Uniklinik geführt. Betroffen sind etwa die Vorstandsvorsitzende und die Kaufmännische Direktorin. (dpa)
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