Kommentar Wohnungsmarkt: Die richtigen Schritte
Die Tendenz ist ungebrochen, das Grundrecht auf Wohnen zum Luxusgut zu pervertieren.
N atürlich herrscht in Hamburg Wohnungsnot. Und die Preise steigen ungebremst weiter auf der ohnehin nach oben offenen Mietenskala. Wie schon seit Jahren ist die Tendenz weiter ungebrochen, das Grundrecht auf Wohnen zum Luxusgut zu pervertieren.
Vor allem in den wichtigsten Segmenten widerlegen die entfesselten Preissteigerungsraten die Mär vom segensreichen Wirken des freien Marktes: bei den kleinen und mittleren Wohnungen ebenso wie bei den größeren für die Familie mit zwei Kindern. Und viele haben die Suche nach einer neuen oder größeren Wohnung längst aufgegeben, weil sie diese ohnehin nicht bezahlen könnten.
Wenn jetzt die Vertreter der Immobilienwirtschaft von einem funktionierenden Wohnungsmarkt in Hamburg sprechen, kann das nur mit Blick auf Renditen und Profite gemeint sein. Auch deshalb sind die Schritte richtig, welche die Bürgerschaft jetzt einleiten will.
Obergrenzen bei neuen Mietverträgen und etliche weitere der geplanten Bestimmungen sind notwendig, damit Wohnraum halbwegs erschwinglich bleibt. Und unabdingbar ist zudem der Neubau tausender bezahlbare Wohnungen und vor allem öffentlich geförderter Sozialwohnungen.
Denn Wohnen tut not. Und das meint das exakte Gegenteil von Wohnungsnot.
Unser Mittel gegen Antifeminismus
Wir machen linken Journalismus aus Überzeugung: kritisch, unabhängig und frei zugänglich für alle. Es gibt keinen Bezahlzwang, keine Paywall. Das geht nur, weil sich viele freiwillig beteiligen und unsere Arbeit unterstützen. Auch im Digitalen muss Journalismus, der für mehr Gleichberechtigung eintritt, finanziert werden. Unsere Leser:innen wissen: Journalismus entsteht nicht aus dem Nichts. Damit wir auch morgen noch unsere Arbeit machen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon über 48.000 Menschen machen mit und finanzieren damit die taz im Netz - kostenlos für alle. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5 Euro sind Sie dabei. Jetzt unterstützen
meistkommentiert