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Kommentar Volksabstimmung über die A100 Wegweiser für künftige Koalitionen

Gereon Asmuth

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Gereon Asmuth

Die CDU will eine Volksabstimmung über die Verlängerung der A100. Das würde den Wähler helfen. Und den Parteien die Koalitionsbildung nach der Wahl erleichtern.

Da gibt sie ja mal richtig Gas und zieht links an allen vorbei: die CDU. Die CDU? Ja, die CDU! Sie will eine Volksabstimmung über die Verlängerung der Stadtautobahn A 100. Parallel zur Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2011. Das kann man als populistisches Wahlkampfmanöver abtun. Aber das wäre zu einfach.

Der Streit um die A 100 wird eines der zentralen Wahlkampfthemen. Weil er leicht verständlich ist. Weil es nur Ja oder Nein gibt. Dennoch wird der Berliner bei der Abgeordnetenhauswahl nicht über ihren Bau abstimmen können. Den Ausschlag geben erst die Koalitionsverhandlungen danach. Ob Rot-Rot, Grün-Rot oder Grün-Schwarz, stets müssten sich Befürworter und Gegner der A 100 einigen - und so die Anhänger eines Koalitionspartners verprellen. Eine Volksbefragung würde helfen. Den Wählern, vor allem aber den Parteien. Die müssten bei einer Koalitionsbildung nicht mehr streiten. Sie könnten einfach das Bürgervotum umsetzen.

Natürlich müsste die Volksabstimmung bindend sein, sonst wäre sie nur Volksverarschung. Das ließe sich zwar per Parteienkonsens locker regeln. Der aber scheint fern. Denn nur die CDU setzt derzeit verstärkt auf direkte Demokratie - das klassische Instrument kleiner Oppositionsparteien, die sonst nichts bewirken können. Die alte Bürgerrechtspartei FDP propagiert statt direkter Demokratie nur freie Fahrt. Und SPD, Linke sowie Grüne wollen im Stil potenzieller Regierungsparteien lieber selbst entscheiden, was das Volk will. Vorfahrt für die Bürger ist da leider nicht angesagt.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
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