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Kommentar Trump droht VenezuelaEin unerwartetes Geschenk

Jürgen Vogt

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Jürgen Vogt

Seit Jahren beschwört Venezuelas Präsident Nicolás Maduro US-Interventionspläne herauf. Nun liefert Donald Trump ihm eine Steilvorlage.

D onald Trumps Drohung mit einer Militärintervention ist für Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro ein unerwartetes Geschenk. Seit Jahren schwadroniert Maduro in schöner Regelmäßigkeit über immer neue US-Interventionspläne, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Jetzt scheint ihm Trump diese frei Haus geliefert zu haben. Und Maduro nutzt sie, um sich als Bollwerk gegen den US-Imperialismus zu präsentieren.

Kaum eine Erfahrung schweißt die LateinamerikanerInnen mehr zusammen als die des US-Interventionismus. Unterstützung kam bereits vom Mercosur, der Venezuela erst vor wenigen Tagen ausgeschlossen hatte. Der Einsatz von Gewalt zur Wiederherstellung der demokratischen Ordnung werde abgelehnt, teilten die Mitgliedstaaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay mit und meinten vor allem die US-Drohung.

Was Maduro jedoch wirklich bedroht, ist der Schuldendienst in den kommenden Monaten. Rund sechs Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten müssen bis Jahresende getilgt werden, sonst droht das Etikett der Zahlungsunfähigkeit.

Sollte dies nicht gelingen, könnten auch die letzten wichtigen Verbündeten und zugleich Gläubigerstaaten, nämlich Russland und China, ernsthaft nervös werden. Maduro wird deshalb noch mehr Dollar aus dem Topf für die notwendigen Importe von Lebensmitteln und Medikamenten in den Schuldendienst umleiten.

Experten verschiedener venezolanischer Universitäten stellten in einer gemeinsamen Studie über die Ernährungssituation fest, dass knapp drei Viertel der VenezolanerInnen in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich 8,6 Kilogramm Gewicht verloren haben. Die jetzt schon katastrophale Versorgungslage dürfte sich in den kommenden Monaten weiter dramatisch verschärfen.

Sollte Maduros Regime zusammenbrechen, braucht die Bevölkerung sofortige Hilfe. Darauf sollte sich die interna­tio­nale Gemeinschaft vorbereiten.

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Jürgen Vogt

Jürgen Vogt Korrespondent Südamerika

Kommt aus Karlsruhe. Studierte Politische Wissenschaft in Hamburg und Berlin und arbeitete als Redakteur und Geschäftsführer der Lateinamerika Nachrichten in Berlin. Heute lebt er in Buenos Aires. Er ist Autor des Reisehandbuchs “Argentinien”, 2026, Reise Know-How Verlag.
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5 Kommentare

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  • "Seit Jahren schwadroniert Maduro in schöner Regelmäßigkeit über immer neue US-Interventionspläne, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen"

    Was heißt hier schwadronieren. Ich denke der Mann weiß wovon er spricht. er kann genau sehen, welche US unterstützten Politiker und Medien aktiv sind. Im übrigen ist bei ihrer lateinamerikanischen Vorgeschichte den USA alles zuzutrauen. Beweise braucht es wie bei den Anschuldigungen gegen Russland übrigens heutzutage nicht mehr. Was mich allerdings wundert, das ist die Vielzahl der verzerrenden Berichte in der TAZ. Die "Opposition" sind nicht die Chorknaben, als die sie hier dargestellt werden, sondern sie und ihre Helfershelfer führen Gewalttaten zur Destabilisierung der Regierung durch. Leider schreibt die TAZ alle Opfer einseitig der Regierung zu, unabhängig davon, ob sie durch Todesschwadronen der Regierungsgegner kommen oder nicht.

    Das Wahlsystem, welches der Opposition ihr letztes Wahlergebnis beschert hat soll jetzt auf einmal massive Fälschungen erlauben?

    Hier geht es gar nicht um Demokratie und Menschenrechte, sondern um die Nähe einer Regierung zu US-Firmen.

     

    Maruro wird das Versorgungsproblem der Bevölkerung lösen müssen, sonst wird er früher oder später abgewählt. Damit das nicht klappt schürt die "Opposition" Unruhen und Gewalttaten

    • @Martin_25:

      abgewählt - ich musste kurz schmunzeln. Der Mann hat Fakten geschaffen. Der wird wie einst sein Idol Castro nicht mehr abgewählt.

  • Maduro oder Trump, es ist wirklich schwer zu entscheiden, wer von beiden das größere geistige und moralische Defizit hat.

    Ansonsten gebe ich meinem Vorredner recht: Chavez hing und Maduro hängt am Tropf der USA. Hätten die wirklich ein ernsthaftes Interesse an dem Land, müssten sie nur für zwei drei Monate den Ölimport einstellen. Aber wozu die Mühe? Chavez hat es immer getan und Maduro wird es nie unterlassen: schön brav die tägliche Öllieferung ins böse Imperium im Norden schicken.

  • 2G
    21272 (Profil gelöscht)

    Die USA brauchen nur fuer eine begrenzte Zeit die Oelimporte aus Venezuela zu unterbrechen, dann bricht die oeffentliche Versorgung vollends zusammen. Eine Militaerintervention ist nicht notwendig, um den Venezolanern auf diesem Weg eine neue Regierung zu verschaffen, nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    • @21272 (Profil gelöscht):

      Wer gibt eigentlich den USA das Recht unter dem Deckmantel von Demokratie (die sie selber nicht beherrschen) Vorschriften über eine Regierung zu machen? Die Regimechange Pläne der USA gibt es übrigens schon seit der Regierung Chaves.