Kommentar Street View: Schaf im Wolfspelz
Wer gegen Street View wettert, sollte bedenken, was der Bundesinnenminister so alles vorhat - aber Google bietet natürlich das bequemere Feindbild.
E s ist leicht, im wertvollsten Konzern der Welt, zumal einem US-amerikanischen, eine Bedrohung zu erkennen und dem Google-Motto "dont be evil" keinen Glauben zu schenken. Gerade in Deutschland ist es sogar wichtig, dem Datenschutz eine besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Prinzipiell kann man Google jedoch keinen Vorwurf machen, dass sie auf der öffentlichen Straße Fotos machen. Nahezu erstaunlich, dass Google immer noch kooperativ ist. Immerhin könnte der Konzern zu den Forderungen von irgendwelchen Dorfbürgermeistern einfach Nein sagen.
Vielleicht sollten sich die, die mit der Faust auf den Stammtisch hauen, fragen, ob Stree View nicht eher ein Schaf im Wolfspelz ist. Angesichts der alltäglichen Schäuble'schen Angriffe auf unsere Privatsphäre sollte Street View mit seiner Software, die die Fotos auch noch verschleiert, das geringste Problem sein. Dieses besteht doch wohl eher in den über 400.000 Kameras, die in Deutschland öffentliche Plätze filmen - live und unverpixelt. Und darin, dass Telefonverbindungen und Email-Kontakte auf Vorrat gespeichert werden dürfen, dass das Bundeskriminalamt private Rechner ausspionieren darf.
Aber diese Aktivitäten werden ja vom Innenministerium vorangetrieben. Und das kann ja wohl nicht "evil" sein.
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