Kommentar Schulstreit: Schmerzgrenze erreicht
Es sind Kräfte von der Basis, denen die Idee wichtiger ist als die Einbindung ins Regierungeschäft.
M an stelle sich das einmal vor: Angenommen, die Verhandlungen scheitern und es gibt einen Volksentscheid zur Schulreform. Dann ist der schwarz-grüne Senat auf jene Eltern und Lehrer und andere Teile der Bevölkerung angewiesen, die sich für die sechsjährige Grundschule stark machen. Doch nun gibt es eine traurige Entwicklung: Die Zugeständnisse, die bereits gemacht wurden, gehen diesen Eltern zu weit. Sie reichen dem Rechtsanwalt Walter Scheuerl nicht und zerstören zugleich das attraktive Konzept der Primarschule.
Der Vorstoß von Pro-Schulreform macht zur richtigen Zeit deutlich, dass es in dieser Stadt außer der Scheuerl-Truppe auch noch andere gibt, die ihre Schmerzgrenze haben. Sollte Schwarz-Grün das Stufenkonzept so oder so einführen - auch wenn es einen Volksentscheid, weil keine Einigung mit den Primarschulgegnern gibt - gäbe es zwei Volksinitiativen und für den Bürger eine vermutlich sehr unübersichtliche Lage.
Es scheint so, als verliere die Unterstützerseite die Geduld. Sie will nicht mit ansehen, wie die Idee des gemeinsamem Lernens kaputt verhandelt wird.
Es sind Kräfte von der Basis, denen diese Idee wichtiger ist als die Einbindung ins Regierungsgeschäft. Wer die Primarschule zum Erfolg führen will, muss nicht nur mit Scheuerl reden, sondern auch mit den eigenen Freunden verhandeln.
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