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Kommentar Polizeigesetze Rechts an der CDU vorbei

Kommentar von

Kai von Appen

Die SPD verpasst die Chance, Bürgerrechte ernst zu nehmen.

E s könnte die historische Chance sein, die alten Polizeigesetze, die in der Schwarz-Schill-Ära ausgeheckt und später vom CDU-Alleinsenat verabschiedet worden sind, auf den Müll zu werfen. Das verlangt zum Teil sogar das Bundesverfassungsgericht.

Doch statt Bürgerrechte endlich ernst zu nehmen und polizeiliche Willkür-Maßnahmen aus dem Repertoire zu streichen, versucht der SPD-Senat wieder einmal, die CDU in der Sicherheitspolitik rechts zu überholen. Allen Experten-Empfehlungen zum Trotz, die Polizei nicht mit Befugnissen bis an die Grenzen der offenkundigen Verfassungswidrigkeit auszustatten, schöpfen die Sozialdemokraten mit ihren Novellen zum Polizeigesetz den gesetzgeberischen Rahmen aus.

Das Motto scheint zu lauten: Alles was technisch möglich ist, soll auch gemacht werden. Dazu zählen Online-Durchsuchungen von Computern, die Wohnraumüberwachung, der große Lauschangriff, aber auch verdachtsunabhängige Personen-Kontrollen.

Vor dem Hintergrund unkontrollierter Überwachung und immer neuer digitaler Schnüffel-Instrumente könnte von einem modernen Gesetzgeber erwartet werden, dass er auch das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung sowie der digitalen Intimsphäre im Blick hat. Dem ist aber nicht so.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Kai von Appen Hamburg-Redakteur

Jahrgang 1956, Seit 1983 bei der taz – zuerst bei der taz.hamburg und jetzt bei der taz.nord in Hamburg. Ressorts: Polizei, Justiz, Betrieb und Gewerkschaft. Schwerpunkte: Repression, progressive Bewegungen und Widerstand gegen Gentrifizierung
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2 Kommentare

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  • J
    julian

    Von denen habe ich NICHTS anderes erwartet.

     

    SPEZIALdemokraten!

  • O
    olaf

    Sozialdemokraten?

     

    Weder das Eine noch das Andere!