Euroshima
Sehr geehrte Frau Herrmann,
ich schätze Ihre journalistische Aufklärungsarbeit bei der taz sehr, dennoch vermisse ich die letzte Konsequenz bei Ihnen und übrigens auch bei der taz. Es fehlt die klare Botschaft an den Bürger. Sie und die taz erreichen immer nur die gleichen Personenkreise, die politisch interessierten, die Linksintellektuellen, journalistische Kollegen, den „Verfassungsschutz“ oder die Späher der Marktradikalen Parteien. Sie wollen doch die Welt mit Ihren Beiträgen zum besseren verändern, also dürfen Sie nicht nur für sich selber schreiben oder reden. Sie müssen Herrn Schulze und Frau Meier erreichen. Sie und die taz argumentieren tendenziell richtig, jedoch kommen Sie nie auf den entscheidenden Punkt. Die Wurzel des Übels wird von Ihnen geschickt eingekreist, die letzte Konsequenz aber nicht benannt.
Sie werfen den griechischen Demonstranten vor, dass sie keinerlei konstruktive Vorschläge entwickeln. Das kann nicht wirklich ernst von Ihnen gemeint sein. Die Täter der Finanzkrise in Griechenland und nicht nur dort, sondern in ganz Europa sind namentlich bekannt. Die Lösung der Krise ist ebenfalls ganz simpel: Die Oberschicht, sprich die Kriminellen in Politik, Wirtschaft und Banken gehören für immer in Sicherungsverwahrung. Ihnen gehört das ergaunerte Privatvermögen abgenommen und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Die Verantwortlichen mit ihren millionenschweren Vermögen gehören zur Rechenschaft gezogen. Das ist der konstruktive Vorschlag der Griechen den Sie nicht erkennen.
Sie glauben doch nicht wirklich, dass ein notwendiger Angriff auf die Globalvernetzte kriminelle Kaste friedlich gestaltet werden kann. In unserem Land werden Hartz 4 Empfänger erschossen. Die Mächtigen zerstören ganze Staaten z.B. Griechenland. Nun wollen die namentlich bekannten Täter, die Armut aus Deutschland nach Griechenland exportieren und im Gepäck der apokalyptische Reiter die Privatisierung. Der konstruktive Vorschlag, den Sie vermissen lautet ganz einfach: Das Problem ist die Oberschicht und die gehört aus der Gesellschaft entfernt. Egal wie.
Der Physiker Gustav Krüger schreibt in der Preußischen Allgemeinen Zeitung am 11.06.2011, Zitat: „Wir leben in einem Irrenhaus und wie in einem richtigen Irrenhaus merken die Insassen nicht, dass sie in einem Irrenhaus leben.“
Sartre schrieb 1947: “Ich gebe zu, dass Gewalt in welcher Form sie sich auch immer äußert, ein scheitern ist. Aber es ist ein unvermeidbares scheitern, weil wir in einer Welt der Gewalt leben, und wenn es wahr ist, dass der Rückgriff auf Gewalt gegen Gewalt sie zu verewigen droht, so ist auch wahr, dass sie das einzige Mittel ist, sie enden zu lassen.“
Was im Maghreb, im nahen und mittleren Osten und in der arabischen Welt derzeit an Widerstandsbewegungen passiert, ist in Europa vor allem in Deutschland schon lägst überfällig. Die Diktatoren sitzen in der westlichen Welt. Mubarak, Gaddafi, Assad und all die anderen, werden vom Westen bezahlt und unterstützt. Wir müssen bei uns anfangen die wirklichen Schurken zu enttarnen und hinter Schloss und Riegel zu bringen. Die Wurzel des Übels liegt im Westen. Wenn wir in Europa uns weiterhin von diesem regierenden asozialem kriminellen Gesindel in der Oberschicht unterdrücken und belügen lassen, werden wir niemals das 21. Jahrhundert der Menschlichkeit erreichen und genau das brauchen wir um aus all den Krisen herauszukommen.
Wir befinden uns in Europa im geistigen Mittelalter. Sie können doch nicht wirklich auch nur einen einzigen der Protagonisten aus SPD, Grünen, CDU und FDP ernst nehmen. Unser Land, mit dem man sich vor nicht allzu langer Zeit, noch identifizieren konnte, ist zum Spielball der geistigen Krüppel der Oberschicht geworden. Es wird langsam Zeit, den Aufstand zu realisieren.
Der Gegenwärtige Zeitgeist ist von Egoismus und Profitgier geprägt. Das ist zutreffend und wird den Bürgern seit vielen Jahren erbarmungslos von den marktradikalen in Wirtschaft und Politik als Heilsbotschaft verkauft. Das Ergebnis sind viele einzelne Krisen, die sich in der Addition zu einer substanziell gefährlichen Metakrise globalen Ausmaßes verdichtet haben. In den finanziell schwächsten Bevölkerungsgruppen weltweit, wurde ein Blutbad angerichtet und individuelle Lebensbiografien und Lebensgrundlagen zerstört. Die pervertierte Denkweise unserer nationalen und internationalen „Eliten“, hat nicht nur den Menschen großen Schaden zugefügt, sondern den gesamten Planeten gegen die Wand gefahren.
Der Bruch des Maastricher Vertrages, war der Beginn von Euroshima. Entgegen des Vertrages wurde Europa zur Transferunion. Jean- Claude Trichet hatte entscheidenden Anteil daran und Deutschland belohnt ihn auch noch für seine Antistabilitätspolitik mit dem Aachener Karlspreis.
Zitat von Jean- Claude Junker:
„Wenn es Ernst wird, müssen wir die Bevölkerung belügen.“
Belogen und Betrogen wird der Bürger nun schon seit dem Mauerfall.
Sie und die taz sollten die Widerstandsbewegungen unterstützen und in Europa forcieren. Auch in Talkrunden sollten Ihre Statements klarer und deutlicher werden. Sie müssen den Bürger, der langsam erwacht schützen und ihn nicht, wenn er auf die Straße geht auch noch den Wind aus den Segeln nehmen.
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