Kommentar EuGH zum Kopftuch : Schule ist für alle da
Die EuGH-Stellungnahme zum Kopftuch am Arbeitsplatz ist wichtig. Wer nicht ausgrenzen will, lässt alle religiösen Symbole zu – oder gar keins.
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W ird eine Muslimin diskriminiert, wenn sie im Job ihr Kopftuch nicht tragen darf? Die einen sagen so, die anderen so. Selbst Gerichte sind sich da nicht einig. Nun hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) geklärt: Eine Frau, die ihr religiös begründetes Kopftuch am Arbeitsplatz nicht tragen darf, wird nicht diskriminiert, wenn im gesamten Unternehmen jegliche religiöse Symbole verboten sind.
Ist das fair? Wertschätzend? Oder eine erneute Herabwürdigung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe? Die einen sagen so, die anderen so.
Religiöse Fragen eignen sich selten für klare, eindeutige Urteile. Ebenso wenig für Handlungsanweisungen an Menschen, sich so oder so zu verhalten. Glauben ist nun mal individuell – und emotional aufgeladen.
Deshalb ist die aktuelle Stellungnahme des EuGH zum Kopftuch am Arbeitsplatz wichtig. Sie gibt eine Richtung vor, an der sich FirmenchefInnen orientieren können: Wer niemanden ausgrenzen will, lässt in seinem Hause entweder alle religiösen Symbole zu oder gar keins.
Und in der Schule? Ganz klar: Wo sonst, wenn nicht in Bildungseinrichtungen, sollte dieses Gebot der weltanschaulichen Neutralität gelten? Schließlich geht es dort um die Vermittlung von Werten wie Gerechtigkeit, Demokratie und Meinungsfreiheit.
Deutschland verfährt derzeit nach dem Prinzip, dass Lehrerinnen im Unterricht durchaus ein Kopftuch tragen dürfen. Nur dort, wo es den Schulfrieden bedroht, ist es verboten. Doch wann genau ist der Schulfrieden gestört? Und wer entscheidet, was eine Störung ist oder was „nur“ Mode?
Die deutschen Gerichte sagen dazu nichts. SchulleiterInnen können also nach Gusto entscheiden – und gegebenenfalls diskriminieren. Was läge da näher, als anzuordnen: Weder ein Kopftuch noch ein Kreuz noch irgendein anderes religiöses Symbol haben in der Schule etwas zu suchen. Schule ist für alle da, selbst für AtheistInnen.
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