Kommentar Deutsche Bank: Krisengewinner? Keine Überraschung!
Die Gewinner der Finanzkrise, die für ihre vergifteten Wertpapiere einen Dummen gefunden haben kaufen die die Verlierer, die sich verzockt haben.
Bitte keine billige Entrüstung: Zugegeben, während die Finanzmärkte global zusammenbrechen und die "reale" Wirtschaftswelt durch eine Krise noch unbekannten Ausmaßes taumelt, melden die Börsen schon wieder Rekordkurse und kaufen die Sieger der Krise die Verlierer auf. Zu den Siegern gehört die Deutsche Bank, deren Bilanzzahlen selbst in guten Zeiten beeindrucken würden. Zu den Verlierern gehört die größte Privatbank in Europa. Die Deutsche Bank und ihr Chef Ackermann sind dabei, Sal. Oppenheim und ihr für Reiche und Superreiche verwaltetes Vermögen von 132 Milliarden Euro zu übernehmen.
Doch sind solche Rekordübernahmen und -gewinne keine Überraschung. Deutsche Bank, Bank of America oder Credit Suisse kassieren bei jedem Kauf oder Verkauf einer Aktie Gebühren - egal ob Kurse steigen oder fallen. In schlechten Zeiten handeln Banken, Börsen und Spekulanten jedoch besonders viele Wertpapiere und aus den profanen Tempeln des Finanzkapitalismus sprudeln die Krisengewinne. Dazu trägt auch der kolossale Finanzbedarf der Staaten bei, die dreistellige Milliardensummen aufnehmen, um das Finanzsystem zu retten, von dem die Sieger profitieren.
Das mag moralisch entrüsten, nachhaltiger wäre jedoch eine politische Erkenntnis: Wo spekuliert wird, gibt es selbst in einer Weltwirtschaftskrise immer auch Gewinner! Banken, die der Staat heute mit Milliarden rettet, haben sich mit "Kreditersatzgeschäften" verzockt - zur Freude derjenigen, die für ihre vergifteten Wertpapiere einen Dummen gefunden hatten.
An diesen Siegern der Krise - und das ist auch die politische Konsequenz aus der Rettung Sal. Oppenheims durch die Deutsche Bank - könnte sich die kommende Bundesregierung schadlos halten. Kapitalverkehrskontrollen, Börsenumsatzsteuer oder hohe Kapitalertragsteuern wären hierfür billige, weil leicht zu bedienende Stellschrauben.
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