Kommentar CDU und GAL : Jucken, kratzen, heucheln
Wer sich mit Hunden ins Bett legt, darf sich nicht wundern, mit Flöhen aufzuwachen, ätzte 2003 die damalige GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch über das CDU-Bündnis mit Schill.
D ie Aufregung hat etwas Künstliches, vielleicht wäre heuchlerisch sogar der treffendere Ausdruck. Ein parteiloser Unternehmer hat vor zehn Jahren an die Schill-Partei gespendet und das später als Fehler bezeichnet. Seis drum. Natürlich kann der Mann Senator werden, auch Wirtschaftssenator, selbst in Hamburg, sogar in einer Koalition von CDU und Grünen.
Es mag Argumente gegen die Berufung von Ian Karan geben: sachliche, fachliche, politische, menschliche. Dann sollten sie vorgebracht und geprüft werden. Sein schillerndes Vergehen aber ist kein Argument - schon gar nicht für Grüne, die mit eben jener Partei koalieren, die vorher mit Schill paktierte. Dagegen ist eine Spende ein Kavaliersdelikt.
Das ist sie auch in der Gesamtschau. Der künftige CDU-Bürgermeister Ahlhaus war Ehrenmitglied in einer schlagenden Verbindung. Gegen CDU-Finanzsenator Frigge ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Untreue. Karan aber hat bloß mal mit einer Truppe sympathisiert, deren Verdienst es ist, selbst die schlimmsten Spießer für Jahrzehnte vom Rechtspopulismus geheilt zu haben.
Wer sich mit Hunden ins Bett legt, darf sich nicht wundern, mit Flöhen aufzuwachen, ätzte 2003 die damalige GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch über das CDU-Bündnis mit Schill.
Jetzt müssen sich die heutige Zweite Bürgermeisterin und ihre Grünen eben selbst kratzen.
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