Klimakrise in Brandenburg: Waldbrände und Wasserentnahmestopp
Die Hälfte der Landkreise in Brandenburg verhängt ein Entnahmestopps für Oberflächengewässer. Einschränkungen für die Industrie gibt's hingegen keine.
Brandenburg kämpft mit den Auswirkungen der Klimakrise. In immer mehr Landkreisen und Städten Brandenburgs ist die Nutzung von Wasser aus Flüssen und Seen verboten. Sieben Kreise haben entsprechende Regelungen erlassen, im Kreis Oder-Spree gelten sie örtlich begrenzt. An diesem Dienstag kommt ein Verbot in der Stadt Brandenburg an der Havel hinzu. Die Landeshauptstadt Potsdam bereitet auch einen solchen Schritt vor, Cottbus schließt Maßnahmen nicht aus.
In der Stadt Brandenburg an der Havel bleibt die Wasserentnahme durch Abpumpen oder Ableiten von Wasser aus Flüssen, Seen, Teichen und Gräben bis 31. August untersagt. Die Beregnung privater Grün- und Gartenflächen mit Grundwasser wird auf 18.00 bis 8.00 Uhr begrenzt.
„Hintergrund sind die anhaltende Trockenheit, unterdurchschnittliche Niederschläge – trotz vereinzelt üppiger Regengüsse – sowie überdurchschnittlich hohe Temperaturen und wiederkehrende Hitzeperioden“, teilte die Stadt mit.
Im Havelland gilt seit Montag bis zum 30. September ein Verbot der Wasserentnahme, die der Kreis mit extrem fallenden Abflüssen an der Havel und ihren Nebenflüssen begründet. Ein Wasserentnahmeverbot für Gewässer besteht in Potsdam nicht. Dies sei aber in Vorbereitung, sagte eine Sprecherin.
Niedrige Wasserstände
Im Kreis Elbe-Elster ist seit 2. Juli ein Verbot für Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen in Kraft. „Die Wasserstände sind vielerorts so weit gesunken, dass wichtige Lebensräume für Fische, Kleintiere und Wasserpflanzen gefährdet sind“, teilte der Kreis mit. Auch im Kreis Postdam-Mittelmark ist seit dem 19. Juni die Entnahme von Wasser mit Pumpen aus Flüssen, Bächen und Seen tabu.
Seit Juni 2025 hat der Kreis Oberspreewald-Lausitz für das Einzugsgebiet der Mittleren Spree und der Schwarzen Elster ein Verbot zur Entnahme von Wasser mit Pumpen aus Gewässern erlassen. Ein dauerhaftes Verbot gilt seit 2022 auch im Kreis Oder-Spree für die Kageler Seenplatte. Im Kreis Barnim gibt es seit 2020 ein Verbot. Im Kreis Märkisch-Oderland gilt seit 2020 ein Verbot – Ausnahmen gelten für Mengen unter 10 Liter pro Tag und Person und die Brandbekämpfung.
Während die private Entnahme in immer mehr Kommunen reguliert und hart bestraft wird, gibt es für industrielle Verbraucher auch in Brandenburg keine Anpassung der maximalen Entnahmemenge, wie eine Recherche des Investigativsmediums Correctiv von Anfang Juli zeigt.
Derweil steigt mit Trockenheit und Hitze das Waldbrandrisiko. Eine Brandwache hat in der Nacht den Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im Brandenburger Jüterbog beobachtet. Laut der Regionalleitstelle Brandenburg an der Havel brannte das Feuer am Morgen noch und wird weiter überwacht.
Brände in Brandenburg
„Der Brand ist nicht so gravierend, dass die Feuerwehr tätig ist“, teilte eine Sprecherin der Leitstelle mit. Daher sei weiter die Brandwache und nicht die Feuerwehr vor Ort. Demnach fährt die Feuerwehr am späten Morgen zum Brandort, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen.
Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Jüterbog war auf einer Fläche von 2,4 Hektar am Montag ein Feuer ausgebrochen, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle mitteilte. 2,4 Hektar entsprechen in etwa einer Größe von mehr als drei Fußballfeldern.
„Waldbrände stellen durch die massive Erhöhung der Luftschadstoffe eine direkte Gesundheitsgefahr dar. Das gilt im Besonderen für Risikopatient*innen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt Martin Herrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit. (mit dpa)
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