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Kickbesessener Weltsport Immer nur Fußball

Martin Krauss

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Martin Krauss

Radrennen, Marathon, Ballspiele, es schaffen immer nur die üblichen Sportarten in die TV-Primetime. Aber es gibt es auch Wasserski oder Beachhandball.

S chon lange kein Lacrosse mehr geguckt. Oder Flossenschwimmen. Dabei sind das Sportarten, die aktuell mit großem Erfolg gezeigt werden. Die World Games, die am Sonntag in Birmingham/USA zu Ende gingen, sind hierfür genauso eine Bühne wie die Makkabiade, die derzeit in Israel stattfindet.

World Games sind eine Versammlung von Disziplinen, die nicht zum olympischen Programm gehören, die aber das Zeug dazu haben: von Aerobic bis Wasserski, von Beachhandball bis Ultimate Frisbee. Und die Makkabiade gilt als die „jüdische Olympiade“, mit etwa 11.000 Teilnehmern das drittgrößte Sportfest der Welt. Von Bowling bis Tennis-Paddle wird hier auch Spitzensport geboten, den wir sonst nicht sehen. Beziehungsweise: den es trotz der Größe und der Bedeutung dieser Weltereignisse nicht zu sehen gibt.

Dabei haben die Organisatoren von World Games und Makkabiade alles richtig gemacht. Pandemiebedingt sind sie ein Jahr ausgewichen, weil 2021 die Olympischen Spiele alle Aufmerksamkeit usurpiert hätten. Im aktuellen Weltsportkalender war das Tennis­turnier von Wimbledon gerade zu Ende, und neben Tour de France der Männer und Fußball-EM der Frauen hätte doch Platz für Berichte sein müssen.

Ist aber nicht so, zumindest hier­zulande. Dabei mangelt es nicht an Erfolgen: Bei den World Games findet sich Deutschland mit 24 Gold­medaillen deutlich auf Platz eins der Nationenwertung – vor den 16 Goldenen der USA und den 16 Goldenen der Ukraine, was ja auch mediale Beachtung verdient hätte.

Doch wir lernen in diesem Post-(oder immer noch?)-Covidsommer, dass Sport immer mehr zu Nix-als-Fußball wird. Das heißt in der Regel: Männerfußball, wobei es endlich auch den Frauen verdientermaßen gelungen ist, mit der erfolgreichen und sportlich höchst anspruchsvollen EM Boden gutzumachen. Anderer Sport, zumal wenn er nicht olympisch ist, findet so wenig Beachtung, als ob es ihn nicht gäbe. Und medial betrachtet stimmt das leider: Da gibt es ihn nicht.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Martin Krauss

Martin Krauss

Jahrgang 1964, freier Mitarbeiter des taz-Sports seit 1989
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2 Kommentare

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  • 4G
    44733 (Profil gelöscht)

    Wer in der Welt ("Weltsport") ´rumgekommen ist sieht schon, dass auf anderen Kontinenten Fußball die Randsportart ist. Cricket, Rugby, Baseball zeigt zwar in Deutschland kaum ein Sender aber in Indien, Pakistan, Südafrika, Neuseeland, Australien, Nordamerika, Japan sieht das völlig anders aus.

  • Strolch

    Immer das Jammern über Randsportarten. Meine Güte! Macht lieber Sport als welchen zu schauen! Ich war am Wochenende bei einem Traillauf um die Zugspitze. Das größte Trailrunning-Event in Deutschland. Keine Tageszeitung (von den Lokalzeitungen vor Ort mal abgesehen) wird darüber auch nur ein Wort verloren haben. Und das ist auch gut so. Wen es interessiert, der bekommt das mit und wen nicht, der bekommt es nicht mit.

    P.S. Frauenfußball wird tatsächlich medial gefördert, wo es geht, OBWOHL es wenige interessiert mit der Hoffnung, dass sich die Leute auch mal dafür und nicht nur für Männerfussball interessieren - ist also politisch gewollt. Ich werde nie Frauenfußball schauen*. Ich schaue mir lieber bei den Trailläufen die spitzen Frauen an. Die laufen nämlich selbst bei großen Events teilweise in die Männerwertung und gewinnen dort auch hin und wieder die Ultradistanzen.























    *Männerfußball schaue ich auch nicht