Kenia schiebt Taiwanesen nach China ab: Taiwan protestiert
Anstatt in ihre Heimat sind acht Taiwanesen von kenianischen Behörden nach China abgeschoben worden – angeblich auf Druck von Peking.
dpa | Die Abschiebung von acht Taiwanesen aus Kenia nach China belastet die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Peking und Taipeh. Statt in ihre Heimat wurden die Taiwanesen nach amtlichen Angaben aus Taipeh auf chinesischen Druck in die Volksrepublik geflogen. Das Außenministerium in Taipeh protestierte am Montag entschieden gegen diese „Entführung“ und forderte die sofortige Rückführung der Betroffenen durch China.
Die acht hätten zu 23 Taiwanesen gehört, die mit 14 Chinesen in Nairobi wegen Telefonbetruges und illegaler Einreise angeklagt, aber freigesprochen worden seien, berichtete Taiwans Nachrichtenagentur CNA. Sie seien angewiesen worden, innerhalb von drei Wochen das Land zu verlassen.
Als sie ihre Pässe bei der Polizei abholen wollten, seien sie allerdings festgehalten und drei Tage später am Freitag in ein Flugzeug nach China gesetzt worden.
Taiwan, das keine diplomatische Beziehungen zu Kenia hat, konnte die Abschiebung nicht verhindern. Chinas Diplomaten wurde vorgeworfen, die Bemühungen gezielt behindert zu haben.
Der Vorgang ist ein früher Test für Taiwans chinakritische neue Präsidentin Tsai Ing-wen, die im Mai ihr Amt antritt. China, das die demokratische Inselrepublik nur als abtrünnige Provinz betrachtet, verlangt von ihr vergeblich ein Bekenntnis, das Taiwan zumindest grundsätzlich zu China gehört.
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