Hohe Temperaturen in der Antarktis: Sommerliche Hitze

An der Antarktis ist es teilweise mehr als 40 Grad zu heiß gewesen. War das nur ein unwahrscheinliches Ereignis oder kommt da noch mehr?

Gebäude in einer Landschaft aus Schnee und Eis

Die Forschungsstation Concordia im Osten der Antarktis Foto: S. Thoolen/ESA/IPEV/PNRA/dpa

BERLIN dpa/taz | Der Osten der Antarktis erlebt nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) zur Zeit eine „außergewöhnliche und beispiellose Hitze“. Am 18. März wurden an der Forschungsstation Dome C -10,1 Grad gemessen. Das waren 40 Grad heißer als langjährige Durchschnitt an diesem Tag. Die Station wird seit 2005 von Italien und Frankreich betriebenen und liegt auf einem gut 3200 Meter hohen Plateau. An der Station Wostok wurden -17,7 Grad gemessen, ebenfalls ein Hitzerekord.

„Mit diesem Ereignis müssen die Rekordbücher und unsere Erwartungen, was in der Antarktis möglich ist, neu geschrieben werden“, twitterte Robert Rohde vom Umweltdateninstitut Berkeley Earth. „Handelt es sich einfach nur um ein äußerst unwahrscheinliches Ereignis, oder ist es ein Zeichen dafür, dass noch mehr passieren wird? Im Moment weiß das niemand.“

Die Antarktis gilt als trockenste, windigste und kälteste Region der Welt. Grund für die beispiellosen Temperaturen sei ein „atmosphärischer Fluss“, erklärten französische Meteorologen. Als atmosphärischer Fluss wird ein Band mit feuchtigkeitsgesättigter Luft ein paar Kilometer über der Erdoberfläche bezeichnet, der Wärme und Feuchtigkeit transportiert.

Unsere Grafik zeigt die durchschnittliche Höchsttemperatur an jedem Tag des Jahres an der Station Dome C. Am 18. März wäre gewöhnlicherweise eine Temperatur um die -50 Grad zu erwarten gewesen. Da die Antarktis auf der Südhalbkugel liegt, herrschen dort zwischen April und Oktober besonders kalte Wintertemperaturen. Die gemessenen -10 Grad sind jedoch sogar für den antarktischen Sommer recht „warm“.

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Das Meereis in der Antarktis rund um den Südpol war in der Sommerschmelze im Februar nach WMO-Angaben schon so weit zurückgegangen wie nie zuvor seit Beginn der Satellitenmessungen 1979. Die Fläche fiel erstmals unter zwei Millionen Quadratkilometer.

Auch in Teilen der Arktis am Nordpol würden zur Zeit außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen, sagte die WMO-Sprecherin. Die Temperaturen in der Arktis sind durch den menschengemachten Klimawandel schon mehr als doppelt so stark gestiegen wie im globalen Durchschnittswert.

Erst im Dezember hatte die WMO einen Temperaturrekord in Werchojansk (Sibirien) von 38 Grad anerkannt. Er wurde am 20. Juni 2020 gemessen. In der Antarktis wurde erst 2020 ein Rekord gemessen: 18,3 Grad.

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