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Handelspreise in GazaLuxus-Smartphones zwischen Zerstörung

Unsere Autorin fragt sich: Warum gibt es im Gazastreifen neueste Technik wie das iPhone 17 zu kaufen, aber noch immer kaum Zelte? Und forscht einmal nach.

I nmitten all der Zerstörung und der humanitären Krise im Gazastreifen gibt es die luxuriösesten Güter zu kaufen: etwa moderne Smartphones, insbesondere High-End-Modelle von Apple oder Samsung. In den sozialen Medien ging sogar ein Video viral von Apple-Produkten, die vergoldet und mit Diamanten besetzt sind.

Dass mehr Smartphones nach Gaza hineinkommen, könnte eigentlich ein Hoffnungsschimmer sein. Dafür, dass sich die Versorgungslage im Allgemeinen verbessert. Doch weiterhin gelten seitens Israel strenge Einfuhrbeschränkungen für lebensnotwendige Güter – Lebensmittel, Waschmittel, Medikamente und Medizintechnik, Baumaterialien, Zelte.

In einer Zeit, in der der Gazastreifen unter einem akutem Mangel so vieler Güter des alltäglichen Bedarfs leidet, dürfen also Luxus-Telefone nach Gaza eingeführt werden. Manche Experten nennen das hier eine „Politik der Bedarfskontrolle“. In deren Rahmen werden Luxusartikel erlaubt, während lebensnotwendige Güter blockiert werden.

Das verfälscht auch das Bild der tatsächlichen Lage im Gazastreifen nach außen, erklärt mir der Wirtschaftsforscher Ahmad Abu Qamar. Es entstehe die Illusion funktionierender Märkte – das sei von Israel so gewünscht. Abu Qamar sagt mir: Die Mehrheit der Bevölkerung im Gazastreifen sei nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt. Und nur eine sehr kleine Gruppe könne sich luxuriöse Smartphones leisten. Wer diese Leute sind? Einige von ihnen profitierten wohl vom Stehlen von Hilfsgütern.

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Wie viel ein iPhone 17 derzeit in Gaza kostet

Ein Händler, Mohammed Al-Shawa, erklärt mir: Die israelischen Behörden erhoben nach der Wiedereröffnung des Grenzübergangs Kerem Shalom für Güter hohe Gebühren für den Grenzübertritt von Smartphone-Lieferungen. Bis zu 600.000 Schekel, knapp 160.000 Euro, pro Lastwagen. Später wurden die Gebühren auf rund 250.000 Schekel, etwa 67.000 Euro, gesenkt.

Diese Veränderung ist auf den Märkten in Gaza direkt spürbar, der Preis des iPhone 17 – Apples neuestes Modell – ging jüngst ein wenig zurück. Vor einem Monat kostete es fast 18.000 Schekel, etwa 4.700 Euro. Nun sind es etwa 10.000 Schekel, etwa 2.700 Euro.

Der Händler Mohammed Al-Shawa sagt: Diese überhöhten Gebühren, die Israel bei der Einfuhr nach Gaza erhebt, fließen direkt in die israelische Staatskasse.

Laut dem Verband der Handelskammern im Gazastreifen überstieg der Gesamtwert der zwischen Oktober 2023 und Oktober 2025 erhobenen „Koordinierungsgebühren“ für Waren 950 Millionen US-Dollar. Die Gebühren seien eine Ursache der heftigen Inflation in Gaza. Die Preise einiger Artikel seien um mehr als 3.300 Prozent angestiegen.

Und noch etwas lässt sich derzeit in Gaza beobachten: Die Preise auf den Märkten verändern sich stetig. Während der totalen Blockade von Gütern war die Einfuhr – Schmuggelware – monopolisiert. Nachdem plötzlich wieder Güter durchgelassen wurden, brachen die Preise teils ein.

Manche denken an die Pager-Explosionen in Libanon

Und eine weitere Sorge haben manche im Zusammenhang mit den derzeit eingeführten Smartphones: Könnten die begüterten Nutzer der neuen Telefone etwa durch vorinstallierte Überwachung ins Visier genommen werden? Insbesondere, wenn darüber sensible Informationen geteilt werden.

Viele hier in Gaza erinnern sich an das, was im Libanon im Sommer 2024 geschah: Als in den Händen von Hisbollah-Kämpfern, aber auch Zivilistinnen und Zivilisten Pager explodierten. Hunderte wurden damals verletzten. Die Hisbollah beschuldigte Israel, diese Angriffe orchestriert zu haben.

In Gaza sind wir auf unsere Smartphones angewiesen, sie sind unsere Verbindung in die Welt – überlebenswichtig. Und damit ein beliebter Artikel – trotz der Preise, trotz der Sicherheitsbedenken.

Karima Shehab stammt aus Gaza-Stadt. Sie ist 30 Jahre alt und arbeitet schon eine Weile als Journalistin. In ihrer Freizeit malt und fotografiert sie gerne.

Internationale Jour­na­lis­t*in­nen können seit dem Beginn des Krieges nicht in den Gazastreifen reisen und von dort berichten. Im „Gaza-Tagebuch“ holen wir Stimmen von vor Ort ein.

Aus dem Englischen Lisa Schneider

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