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Haft für Rückenschuss

Tot-schlag

Der Fall hatte über Hannover hinaus für Aufsehen gesorgt – Donnerstag war das Urteil des Landgerichts Hannover. Für den tödlichen Schuss in den Rücken des 18-Jährigen Moldaviers Maxim A. muss der Kfz-Meister und Sportschütze Bassam A. drei Jahre wegen Totschlags ins Gefängnis. „Sie haben in einem Sekundenbruchteil falsch entschieden“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch in der Urteilsbegründung.

Der 40-Jährige Besitzer einer Autowerkstatt hatte im Juni dieses Jahres nachts um ein Uhr bemerkt, dass sich vier Jugendliche auf seinem Hof befanden und wohl einbrechen wollten. Bassam A. holte seine Neun-Millimeter-Pistole Marke Sig-Sauer aus dem Tresor, öffnete die Haustür und schoss, als die Jugendlichen flüchteten. Ob Wut, Angst oder Empörung A. zum Schießen getrieben habe, spiele keine Rolle, sagte Richter Rosenbusch „Sie haben erkannt, dass die Jungs auf der Flucht waren, dass sie weg wollten, und Sie haben dennoch geschossen.“

Ausdrücklich nahm Rosenbusch die Jugendlichen, wie von der Verteidigung angedeutet, vor dem Vorwurf in Schutz, als Diebesbande unterwegs gewesen zu sein. Am Ende der Ausbildung seien die vier zu einer Europareise aufgebrochen und hätten Angehörige in Hannover und Bremen besucht. Doch die Freunde hatten zu wenig Geld, sie fuhren schwarz, begingen kleinere Delikte. „Straftaten aus finanzieller Not heraus“, sagte Rosenbusch.

Die Strafbemessung – die Staatsanwaltschaft forderte sechseinhalb Jahre – sei dem Gericht schwer gefallen, betonte Rosenbusch, da Bassam A. als „Paradebeispiel einer gelungenen Integration“ gilt. „Wir haben hier etwas auszugleichen, was man nicht ausgleichen kann.“ Der Schütze hatte sich mehrfach bei den aus Moldavien angereisten Angehörigen entschuldigt. KVA

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