H1N1: Noch keine Verträge mit Ärzten für Massenimpfung
Helfer und Offizielle werden schon gespritzt. Es fehlen aber weiter willige Ärzte für eine Volksimpfung.
Den ersten Berliner Schuss gegen die Schweinegrippe bekam am Montag Benjamin Hoff gesetzt. Der linke Gesundheits-Staatssekretär ist Leiter des Krisenstabs des Senats, dessen MitarbeiterInnen neben medizinischem Personal, Polizei und Feuerwehr zum sogenannten Schlüsselpersonal gehören. Da für diese Berufsgruppen - in Berlin sind es 130.000 Beschäftigte - eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht, werden sie in allen Bundesländern zuerst gegen den H1N1-Virus gewappnet. Die Impfungen übernehmen die BetriebsärztInnen, die arbeitsmedizinischen Dienste und die Gesundheitsämter.
Zwei Millionen Impfdosen hat Berlin bestellt, 64.000 sind bisher angeliefert worden. Logistisches Zentrum für die Verteilung innerhalb Berlins ist die St. Hubertus Apotheke in Tiergarten. "Nur diese Apotheke kam infrage, da sie die logistischen Anforderung erfüllt", erklärte Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) vorige Woche. In der Apotheke werden die Impfstoff-Flaschen und die Spritzen auf Bestellung verschickt. 8.000 Dosen gingen am Freitag in die Charité, die Vivantes-Kliniken und an die Gesundheitsämter.
Chronisch Erkrankte und Schwangere sollen die zweite Gruppe sein, die den freiwilligen Schutz erhalten können. Wann diese Impfungen starten können, ist wegen eines Honorar-Streits zwischen Senat und Ärzteschaft noch unklar (taz berichtete). Da über die Krankenkassenärztliche Vereinigung kein zentraler Vertrag mit der Ärzteschaft zustande kam, muss der Senat jetzt Einzelverträge mit GynäkologInnen, Haus- und KinderärztInnen abschließen. Am Mittwoch seien die Anfragen an 2.000 ÄrztInnen verschickt worden, bisher seien aber noch keine Verträge geschlossen worden, sagte Marie-Luise Dittmers, Sprecherin der Gesundheitsverwaltung, am Montag.
Man habe vor allem ÄrztInnen angefragt, die viele chronisch Kranke versorgen und längere Sprechstunden und spezielle Impfsprechstunden anbieten können, erklärte Lompscher. Hintergrund für die speziellen Sprechstunden: Das Serum ist in geöffneten Flaschen nur 24 Stunden haltbar. Da diese Flaschen jeweils zehn Dosen enthalten, sind die ÄrztInnen angehalten, Sammeltermine mit jeweils zehn PatientInnen zu vereinbaren. KATLEEN FIETZ
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