Impfkampagne gegen Schweinegrippe: Kein Interesse für Impfung
Besonders gefährdete Menschen wie Ärzte, Klinikpersonal und Polizisten sollen zuerst gegen Schweinegrippe geimpft werden. Das Interesse ist aber so gering, dass niemand abgewiesen wird.
ERFURT afp/taz | In ganz Deutschland ist am Montag die Impfaktion gegen die Schweinegrippe angelaufen, zunächst schwerpunktmäßig bei Beschäftigen aus dem Gesundheits- und Sicherheitsbereich wie Ärzten und Polizisten. Bis Mitte November bekommen nach und nach alle Bundesbürger die Möglichkeit zur Immunisierung, teilte die Gesundheitsministerkonferenz mit.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) rief die Bundesbürger erneut zur Impfung auf. Neben vielen anderen Ärzteverbänden erneuerte auch der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) seinen Impfaufruf: "Die neue Grippe verläuft bisher relativ harmlos, doch kann eine zweite Welle potenziell anders ausfallen".
Nach ersten Impfungen von Ärzten, Krankenschwestern, Polizisten und Feuerwehrleuten könnten sich in der kommenden Woche auch chronisch Kranke impfen lassen, sagte Thomas Schulz, Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, das derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder innehat.
Voraussichtlich ab Mitte November werde sich jeder impfen lassen können. Viele Bundesländer meldeten jedoch am Montag, dass niemand abgewiesen werde, der die zentralen Impforte aufsuche - zumal die Nachfrage überall zunächst sehr gering war.
Während in einigen Bundesländern zunächst nur die Gesundheitsämter impfen, beteiligen sich in anderen Ländern bereits Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte an der Kampagne - meist in speziellen Impfsprechstunden. Nur ein Teil der niedergelassenen Ärzte sind Impfärzte, denn der Impfstoff wird in Paketen ausgeliefert, die auch aufgebraucht werden sollen. Informationen hierzu sind bei den Gesundheitsämtern und für die meisten Regionen im Internet (Stichwort auch "neue Grippe") verfügbar.
Angesichts des bislang milden Verlaufs sei die Bereitschaft zur Schweinegrippenimpfung noch gering, sagte Schulz. Er rechne aber damit, dass mit der Ausbreitung der Krankheit auch die Impfbereitschaft zunehmen werde und sich bis Winterende 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung immunisieren lasse. Die von den Ländern bestellten insgesamt 50 Millionen Dosen des Impfstoffes Pandemrix würden voraussichtlich ausreichen.
Hinsichtlich der besonders umstrittenen Impfung von Schwangeren empfiehlt die Stiko einen sogenannten Spaltimpfstoff ohne Wirkverstärker. Da dieser in Deutschland aber noch nicht verfügbar ist, wird eine individuelle Nutzen-Risiko-Analyse empfohlen. Ob noch ein Impfstoff ohne die umstrittenen Wirkungsverstärker nachbestellt werden kann, ließ Schulz offen.
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