„Grüner Pass“ für Beschäftigte in Italien: Impfung, Test oder Geldstrafe

Ar­beit­neh­me­r*in­nen müssen in Italien ab Oktober nachweisen, dass sie geimpft oder getestet sind, sonst drohen Strafen. Ähnliches gilt in anderen EU-Ländern.

Hände, die Smartphones halten

Der „grüne Pass“ wird Pflicht für Beschäftigte. Hier nutzen ihn Tou­ris­t*in­nen im Vatikan Foto: Riccardo De Luca/ap/dpa

ROM afp | Italien verlangt künftig von allen Arbeitnehmern des Landes Impfungen oder negative Coronatests, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Vom 15. Oktober an sind alle Arbeitnehmer verpflichtet, dies mit dem in Italien „grüner Pass“ genannten Dokument nachzuweisen. Andernfalls drohen Sanktionen.

„Wir dehnen die Verpflichtung zum ‚grünen Pass‘ auf die gesamte Arbeitswelt aus, sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Sektor“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz. „Wir tun dies im Wesentlichen aus zwei Gründen: um diese Orte sicherer zu machen und um unsere Impfkampagne zu stärken“, sagte Speranza.

Der „grüne Pass“ zeigt in Italien an, ob der Inhaber gegen Covid-19 geimpft ist, ob er in den vergangenen 48 Stunden negativ getestet wurde oder ob er kürzlich von der Lungenkrankheit genesen ist. Derzeit muss der Pass bereits in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen vorgelegt werden.

Gegen die verpflichtende Einführung des Passes hatte es vielerorts in Italien Proteste gegeben. Medienberichten zufolge drohen Arbeitnehmern, die den Pass nicht vorlegen, Geldstrafen in Höhe von bis zu tausend Euro. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorlegen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen.

75 Prozent der Ita­lie­ne­r*in­nen sind geimpft

Die Entscheidung der Regierung betreffe „insgesamt 23 Millionen Arbeitnehmer, das gesamte Humankapital des Landes“, sagte Verwaltungsminister Renato Brunetta. De facto sind somit unter den Erwachsenen nur noch Rentner, Arbeitslose sowie Hausfrauen und Hausmänner nicht von der Passpflicht betroffen.

Derzeit sind rund 75 Prozent der Italiener über zwölf Jahren gegen das Coronavirus vollständig geimpft. Die Regierung verspricht sich durch die Verpflichtung zum Pass einen weiteren Schub für die Impfkampagne.

Bei medizinischen Berufen besteht in Italien die Impfpflicht schon länger. Nach Angaben des nationalen Ärzteverbandes wurden inzwischen 728 Mediziner vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht impfen ließen.

Mit dem verpflichtenden Gesundheitspass steht Italien nicht allein da: In Griechenland müssen sich alle ungeimpften Arbeitnehmer seit dem 13. September ein- oder zweimal die Woche auf eigene Kosten testen lassen. In Slowenien wurde der Gesundheitspass am Mittwoch für alle Arbeitnehmer zur Pflicht.

In Deutschland ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen weiter zurückgegangen. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, sank der Wert auf 74,7. Gestern lag er noch bei 76,3, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 11.022 Neuinfektionen – fast 2.000 weniger als gestern. 20 weitere Todesfälle wurden verzeichnet.

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