Gewalt gegen Flüchtlingsheime: Maaßen checkt es jetzt auch (fast)
Die Gewalt gegen Flüchtlingsunterkünfte hat stark zugenommen, stellt der Bundesverfassungsschutz fest. Noch seien keine Menschen betroffen, meint man dort.
rtr | Der Bundesverfassungsschutz warnt vor einer Eskalation der Gewalt gegen Flüchtlingsunterkünfte, durch die am Ende auch Menschen zu Schaden kommen könnten. Die Zahl der Angriffe auf Asylbewerberheime habe sich 2014 verdreifacht und sei im ersten Halbjahr 2015 erneut deutlich gestiegen, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. „Wir haben die Sorge, dass diese Zahl weiter zunehmen wird“, erklärte er.
Zugleich verzeichne der Inlands-Geheimdienst eine steigende Gewaltbereitschaft. „In den vergangenen Monaten haben wir Brände, Brandanschläge auf Asylbewerberheime festgestellt, in denen Menschen nicht zu Schaden gekommen sind“, sagte Maaßen. „Aber wir haben die Sorge, dass es auch anders sein kann.“
Die rechtsextreme Szene in Deutschland versucht nach den Worten Maaßens, aus dem Zustrom der Flüchtlinge und dem Protest dagegen Kapital zu schlagen. Zwar schrumpfe das rechtsextreme Milieu seit Jahren deutlich, erklärte der Geheimdienst-Chef. Es gebe derzeit jedoch eine große Zahl besorgter Bürger, er wolle sie fast als „Wutbürger“ bezeichnen, die gegen die zunehmende Zahl von Flüchtlingen demonstrierten.
„Die rechtsextremistische Szene versucht, diese Leute für sich zu instrumentalisieren oder zumindest Anschluss an diese Gruppierungen zu finden, um politisch wieder relevant zu werden“, sagte Maaßen.
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