Geflüchtete in Jordanien: Teppiche aus Flüchtlingshand
Ikea will ab 2019 in Jordanien Teppiche und Textilien herstellen. 200 syrische Flüchtlinge sollen dort Arbeit finden.
Foto: reuters
Der Möbelhersteller Ikea plant eine Fabrik in Jordanien. Ab 2019 sollen dort syrische Flüchtlinge Teppiche herstellen. Insgesamt sollen 200 Syrer bei Ikea Arbeit finden. Ikea möchte vor allem Frauen einen Arbeitsplatz geben, denn viele von ihnen seien arbeitslos und müssten sich um ihre Kinder kümmern.
„Die Situation in Syrien ist eine große Tragödie unserer Zeit und Jordanien hat eine viel Verantwortung für syrische Flüchtlinge übernommen. Wir haben uns entschieden zu gucken, wo Ikea seinen Beitrag leisten kann“, teilte Ikea der taz mit. Die Produktion solle sich an den Techniken und am Können der Syrer und Jordanier orientieren. Unter ihnen seien viele versierte Teppichknüpfer.
Die Textilien und Teppiche werden in Handarbeit hergestellt und in einer limitierten Kollektion im Mittleren Osten verkauft. Später soll auch in die EU exportiert werden. So soll jordanischen Produzenten zukünftig der Zugang zum globalen Markt möglich sein.
Ikea arbeitet in seiner Planung eng mit den Vereinten Nationen und der Jordan River Foundation zusammen, einer Stiftung des jordanischen Königshauses. Schon früher arbeitete Ikea mit den Vereinten Nationen zusammen. Seit 2015 lieferte der Konzern beispielsweise 16.000 faltbare Wohneinheiten für Flüchtlinge. Die Häuser aus recyclebarem Plastik stehen mittlerweile im Irak, in Dschibuti, in Griechenland und im Niger.
2015 engagierte sich Ikea schon einmal in Jordanien. Mit Spendengeldern in Höhe von 31 Millionen Euro wurde im Flüchtlingscamp Azraq an der jordanisch-syrischen Grenze eine Solaranlage gebaut, die laut UN-Angaben 27.000 Flüchtlinge mit Strom versorgt. Laut Vereinten Nationen hat Jordanien 655.314 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Die jordanische Regierung hat seit November 2015 Arbeitserlaubnisse an 33.800 Geflüchtete vergeben.
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