Fußball in Europa trotz Corona: Der Ball wird flach gehalten

Europas Fußballligen wollen den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Fallrückzieher sind nicht ausgeschlossen.

Danny Rose auf dem Spielfeld mit einem fliegenden Ball

„Weiterspielen ist ein Witz“: Danny Rose von Newcastle United im April diesen Jahres Foto: Eddie Keogh/reuters

Spieler-Skepsis in England

Die Bundesliga mag wieder kicken. Quer über den Kanal, in England, sieht es, was die Premier League betrifft, jedoch noch ganz anders aus. Ob die unterbrochene Fußballsaison mit noch 92 ausstehenden Spielen tatsächlich zu Ende gespielt wird oder nicht, hängt von einer Einigung zwischen verschiedenen Positionen ab.

Mit an der Diskussion beteiligt sind die 20 Vereine selbst, die für den Fußball zuständige Sondereinheit der Polizei, einzelne Spieler, der Verband der Profifußballspieler*innen (PFA) sowie führende Vertreter der Premier League selbst.

Im Rahmen der sich nur langsam lockernden Corona-Einschränkungen dürfte laut britischer Regierung ohnehin erst frühestens ab dem 1. Juni und nur ohne Zuschauer gespielt werden. Dies auch nur dann, wenn sich die Zahl der mit Covid-19 Infizierten bis dahin nicht erneut erhöht.

Tottenhams Verteidiger Danny Rose will, bis sich diese Zahl stark verringert hat, vom Weiterspielen gar nichts wissen. „Das ist ein verdammter Witz!“, kommentierte er Premierminister Boris Johnsons Worte. Der hatte gesagt, dass das Wiederabhalten von Sportveranstaltungen als notwendige moralische Unterstützung zu verstehen sei. „I don’t give a fuck“, das ist mir scheißegal, schimpfte Rose auf Instagram. „Hier stehen Menschenleben auf dem Spiel.“

Die PFA betrachtet die Wiederaufnahme des Spielbetriebes ebenfalls mit Skepsis. Sie äußert sich jedoch diplomatischer und berichtet, Spieler mit chronischen Erkrankungen wie Asthma oder auch Angehörige ethnischer Minderheiten wie etwa britische Schwarze, hätten Einwände erhoben.

Offensichtlich zu Recht. Laut den neuesten Angaben des britischen Statistikamts (ONS) ist die Gefahr für Angehörige dieser Gruppen, schwerer an Covid-19 zu erkranken als andere oder sogar daran zu sterben, doppelt bis viermal so hoch.

Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan merkte an, es sei zu früh, die Saison wieder anlaufen zu lassen. Fünf der 20 Premier League Vereine sind in der Hauptstadt ansässig.

Nach wie vor ungeklärt ist auch, wie das Training beginnen soll. Die Manchester-City-Spieler Sergio Aguero und Raheem Sterling zeigten sich besorgt: Zu einer Wiederaufnahme der Saison dürfte es erst kommen, wenn Fußball für alle sicher sei, sagte Sterlin, nicht nur für die Spieler. Weitere Kritik gab es an dem Vorschlag, auf neutralem Boden zu spielen. Mindestens ein Dutzend Vereine – darunter alle Clubs, die gegen den Abstieg kämpfen – sprachen sich nicht zuletzt wegen des Heimvorteils dagegen aus.

Richard Masters, Geschäftsführer der Premier League, gestand, dass am vergangenen Montag alle an der Diskussion Beteiligten erstmals ein vorzeitiges Ende der Saison in Erwägung gezogen hätten. Sollte dieser Fall eintreten, müssten umgerechnet 380 Millionen Euro für Übertragungsrechte zurückgezahlt werden. Eine Entscheidung wird nicht vor kommender Woche erwartet. (Daniel Zylbersztajn, London)

Geisterspiele in Italien

Als am 19. Februar Atalanta Bergamo in Mailand gegen Valencia im Viertelfinale der Champions League antrat, wusste niemand, welche Gefahr von dem Spiel ausging. 45.000 Fans waren aus Bergamo angereist – aus jener Stadt, die sich nur wenige Tage später als Epizentrum der Coronapandemie in Italien und Europa entpuppen sollte.

Nach der Heimkehr der Valencianer wurden 35 Prozent der Vereinsmitarbeiter, die in Mailand gewesen waren, positiv auf das Virus getestet. Doch auch unter den Fans, so gab sich später Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori sicher, wurde die Partie zur Virusschleuder. Gut zwei Wochen später zogen die Regierung und der Fußballverband die Notbremse. Sie legten vom 10. März an den Spielbetrieb in ganz Italien komplett still.

In jenen frühen Märztagen hatte sich auch gezeigt, dass das Virus in diversen Mannschaften angekommen war. Gleich drei Spieler, der Mannschaftsarzt, der Physiotherapeut und sieben weitere Club-Beschäftigte wurden beim AC Florenz positiv getestet, fünf Spieler bei Sampdoria Genua.

Seither geht nichts mehr in der Serie A und den anderen Spielklassen. Jetzt aber soll es wieder losgehen, so will es der Fußballverband FIGC. Individuell trainieren schon die Spieler diverser Clubs. Ab 18. Mai möchten die Vereine aber auch das Mannschaftstraining wieder aufnehmen – und von Juni an Spiele vor leeren Stadien.

Daher hat die FIGC ein Sicherheitsprotokoll erstellt, das Tests und Temperaturkontrollen für die Spieler regelt. Die Vereine sollen sich in Trainingslager begeben, wo sie abgeschottet sind, die Spieler auf den Zimmern duschen. Masseure müssen mit Handschuhen sowie Schutzmasken und Schutzbrillen arbeiten. In den ersten sieben Trainingstagen sollen die Spieler auf zwei Meter Abstand bleiben.

Doch es steht noch in den Sternen, ob am nächsten Montag der Startschuss für die Aufnahme des Trainings fällt, und ob noch in dieser Saison der reguläre Spielbetrieb wieder losgehen kann. Die „technisch-wissenschaftliche Kommission“ der Regierung schickte das FIGC-Protokoll mit der Bemerkung zurück, es sei „lückenhaft und unzureichend“. Der zentrale Streitpunkt ist, wie auf positive Tests im Team reagiert werden muss.

Der Fußballverband sieht vor, dass nur die infizierte Person isoliert wird. Die Regierungskommission verlangt in diesem Fall Quarantäne für alle Spieler und Staff-Mitglieder. Dass das Risiko konkret ist, zeigten Tests in der vergangenen Woche. Sowohl ein Spieler des FC Turin als auch drei Spieler und drei Mitarbeiter des AC Florenz waren positiv. (Michael Braun, Rom)

Lockdown-Modus in Portugal

In Portugal soll am 4. Juni wieder der Ball rollen – ohne Zuschauer und unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen, um die Gefahr einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten.

Nach dem Ende eines sechswöchigen Corona-Ausnahmezustands hat Portugals Regierung die strikte Ausgangssperre offiziell am 4. Mai gelockert. Seither wagt das Land einen vorsichtigen Ausstieg aus dem Lockdown. Und zur Normalität gehört in Portugal eben auch der Fußball. Nicht nur die Liga, die unter finanziellem Druck stehenden Vereine oder Inhaber von TV-Rechten wünschen sich diesen Normalbetrieb zurück. Auch die Regierung will mit diesem Schritt ein Signal für die Rückkehr zum Alltag setzen.

Portugals höchste Fußball-Liga war wegen der Pandemie am 12. März unterbrochen worden. Noch stehen zehn Spieltage aus. Der FC Porto führt die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung vor Benfica Lissabon und 14 Punkten vor Sporting Braga an.

Die Generaldirektion für Gesundheit hat in Zusammenarbeit mit dem Fußballverband FPF und dem Ligaverband am vergangenen Sonntag einen umfassenden Verhaltenskodex herausgegeben, den alle Akteure penibel einhalten müssen. Die strengen Regeln beziehen selbst die Familien der Fußball­akteure mit ein.

Diese müssen seit Trainingsbeginn in der vergangenen Woche und bis zum Ende der Saison, voraussichtlich Mitte Juli, weiter im Lockdown-Modus verharren und ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren. Zudem müssen sich Spieler 48 Stunden vor jedem Anpfiff zwei Tests unterziehen.

Fußball- und Gesundheitsexperten sind sich uneins, ob die Voraussetzungen für den Wiederanpfiff tatsächlich erfüllt sind. Sie bekräftigen die Notwendigkeit einer Ad-hoc-Evaluierung. Andere befürchten, dass die nun zu erfüllenden Regeln die Ungleichheiten in einer bereits jetzt von wenigen großen Vereinen dominierten Liga weiter verschärfen werden.

Bei einem Saisonabbruch droht vielen Erstliga-Vereinen die Insolvenz, besonders denjenigen im unteren Tabellenfeld, aber auch so manchen auf den mittleren Plätzen. Für viele Clubs in Portugal machen die TV-Gelder mehr als die Hälfte ihres Jahresbudgets aus.

Doch nicht nur der wirtschaftliche Druck wird bestimmen, ob es zum Wiederanpfiff kommt oder nicht. Am vergangenen Sonntag wurde bekannt, dass Spieler der Erstligisten Vitória de Guimarães (drei Profis), FC Famalicão (drei), Moreirense FC (1) und Benfica Lissabon (1) positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Sollten in den nächsten Wochen weitere Tests positiv ausfallen, wird die bislang sehr vorsichtig agierende Regierung den Ligastart vermutlich wieder verschieben. (Simon Kamm, Lissabon)

Vornehme Zurückhaltung – außer Weißrussland

In den meisten Staaten Europas gibt es offensichtlich nur wenig Neigung, dem Beispiel der deutschen Bundesliga nachzueifern. Allez les Bleus? Von wegen. In Frankreich hat die Ligue 1 die Saison vorzeitig abgepfiffen, Paris Saint-Germain ist Meister. Der Verein widmete seinen Sieg dem Gesundheits- und Pflegepersonal, das in Coronazeiten tapfer seine Pflicht erfüllt. Immerhin.

In Spanien ist der Spielbetrieb seit dem 12. März unterbrochen. In der vergangenen Woche kamen die Spieler aller Teams der ersten und zweiten Liga erstmals wieder in die Trainingszentren ihrer jeweiligen Klubs. Der Neustart der Saison soll zwischen dem 14. und dem 28. Juni erfolgen.

In Dänemark wird bereits wieder trainiert, die Trockenübungen sollen bisherigen Planungen zufolge jedoch Anfang Juni durch reale Partien ersetzt werden. ZuschauerInnen müssen zunächst einmal zu Hause bleiben. Demgegenüber bleiben FinnInnen gespenstische Begegnungen erspart. Die sollen in der Männerliga wieder am 1. Juli starten, bis zu 500 BesucherInnen pro Spiel sollen möglich sein.

Auch im fußballverrückten Kroatien läuft es seit Mitte März nicht mehr rund. Zwecks Überbrückung der Abstinenz machten sich Fans der Erstligisten Dinamo Zagreb und Haj­duk Split als Lebensmittellieferanten und Möbelpacker nützlich. Das dürfte sich ab dem 6. Juni ändern, wenn die erste Liga wieder startet.

In Russland ist geplant, den Spielbetrieb im Juni wieder aufzunehmen. Das ist mehr als sportlich angesichts der Tatsache, dass derzeit mit rund 10.000 Corona-Neuinfizierten täglich Rekordwerte erreicht werden. Der russische Fußballverband habe entsprechende Richtlinien erarbeitet und sich dabei der besten Beispiele aus Europa bedient, unter anderem aus Deutschland, schreibt der Kommersant. Eine Entscheidung soll an diesem Freitag fallen.

Gänzlich außer Konkurrenz ist derzeit Weißrussland auf dem Rasen unterwegs – in normalen Zeiten nicht unbedingt der Nabel der Fußballwelt. Dauerpräsident Alexander Lukaschenko, der die Aufregung um Corona ohnehin für völlig übertrieben hält, hat einfach ohne Unterbrechung weiterspielen lassen – nebst freundlicher Unterstützung aus der Fankurve.

Damit hat Weißrussland jetzt, außer der Vollstreckung der Todesstrafe, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in Europa. Doch siehe da. Da es auch unter den Fußballern erste Coronafälle gibt, wird die neunte Spielrunde in der Vysshaja Liga nicht wie geplant am 15. Mai beginnen. Geht doch. (Barbara Oertel, Berlin)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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