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Fossile BohrungenDas bisschen Erdgas

Könnten Gasbohrungen in Deutschland dabei helfen, die Importabhängigkeit zu verringern? Die Bundesregierung sagt ja, kann das aber nicht beziffern.

Die Bundesregierung spricht sich immer wieder für Gasbohrungen in Deutschland aus, kann aber deren Vorteile nicht beziffern. Das geht aus einer Antwort auf Fragen der Grünen-Bundestagsabgeordneten Lisa Badum hervor, die der taz vorliegt.

Im Zuge der fossilen Energiepreiskrise seit Beginn des Irankriegs hat die Bundesregierung erneut die inländische Gasförderung ins Spiel gebraucht, um Energiesicherheit zu gewährleisten. Das Angebot müsse ausgeweitet werden, heißt es etwa im Ergebnispapier eines Koalitionsausschusses Mitte April. „Dazu gehört auch die Nutzung heimischer Energiequellen, z. B. die Erschließung ausgewählter heimischer Gasvorkommen.“

Auf Badums Frage, um wie viel Prozent die Gasimportabhängigkeit durch inländische Bohrungen reduziert werden könne, antwortete die Bundesregierung nur: „Wie viel Erdgas in Deutschland gefördert wird, entscheiden die Unternehmen. Die Bundesregierung plant die Fördervolumina nicht.“

„Wenn man die Bundesregierung fragt, was diese Bohrerei tatsächlich für unsere Versorgungssicherheit bringt und wie lange sie dauern wird, zeigt sie sich überaus schmallippig“, kritisiert Badum. „Wahrscheinlich ist auch der Merz-Regierung bewusst, dass es sich eigentlich gar nicht lohnt, für ein paar Tropfen Gas jahrzehntelang unsere Landschaft zu durchlöchern.“

Die nutzbaren Reserven sind klein – außer mit Fracking

Gefragt nach einer Einschätzung, wie groß die nutzbaren Gasvorkommen in Deutschland sind, entgegnete die Bundesregierung, „ob, inwieweit und wann diese Reserven tatsächlich förderbar sind und gefördert werden, entscheiden die Unternehmen“ und verwies auf den Jahresbericht des niedersächsischen Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie.

Darin schätzen die For­sche­r*in­nen die nutzbaren heimischen Reserven auf etwa 33,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das entspricht etwa einem Drittel des deutschen Jahresverbrauchs. Heimische Gasvorkommen tragen derzeit etwa 5 Prozent zur Versorgung bei, der Rest wird importiert. Mehr Förderung wäre möglich, wenn die Bundesregierung Fracking erlauben würde. Recherchen des Spiegel zufolge könnten so 300 bis 2.000 Milliarden Kubikmeter zusätzlich angezapft werden.

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