piwik no script img

Forschungsinstitute an der Kette

Ungarns rechtsnationale Regierung verstärkt ihre Bemühungen, die Wissenschaftsfreiheit im Lande einzuschränken. Innovationsminister, László Palkovics, brachte am Dienstag einen Gesetzesentwurf ein, der vorsieht, dass der angesehenen Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) die Forschungsinstitute weggenommen werden. Sie sollen einem neuen Träger unterstellt werden, bei dem Regierungsvertreter das Sagen haben. Die bereits seit Längerem bekannten Pläne hatten in den vergangenen Wochen immer wieder Proteste von Betroffenen und anderen Bürgern ausgelöst. Zuletzt waren am Sonntag in Budapest mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen, um den Verbleib der Forschungsinstitute in der Wissenschaftsakademie zu fordern. Palkovics begründete die geplanten Veränderungen damit, dass damit „die Ressourcen leistungsbasiert verteilt“ und die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Landes gesteigert würden. Kritiker erblicken darin hingegen das Bestreben der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán, kritische Wissenschaftler zum Schweigen zu bringen. Die Pläne zur staatlichen Bevormundung der MTA rufen auch international Proteste hervor. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Udo Bullmann, erklärte am Dienstag in Brüssel: „Wir sind entsetzt zu sehen, dass [...]Orbán [...)]zu einem neuen Schlag gegen die Wissenschaftsfreiheit und damit gegen die Demokratie in seinem Land ausholt.“ (dpa)

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen