piwik no script img

Festnahmen nach Randale

Mazedonien Proteste gegen Amnestie

dpa | Nach der umstrittenen Amnestie im mazedonischen Korruptionsskandal ist es in Skopje zu heftigen Krawallen gekommen. Bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Regierungskritikern seien am Mittwochabend mindestens zwölf Menschen festgenommen worden, berichtete der Sender TV Sitel am Donnerstag.

Mit der Begnadigung in den Skandal verwickelter Politiker der Regierungs- und Oppositionsparteien stößt Präsident Djordje Ivanov auf Widerstand der Opposition. Sie wirft dem Präsidenten vor, mit seiner Entscheidung vom Dienstag die Krise verschärft zu haben.

Auslöser des Skandals war vor 15 Monaten die Veröffentlichung illegaler Mitschnitte von Telefonaten des damaligen Premiers Nikola Gruevski mit engen Mitarbeitern. Sie sollten Korruption, Drangsalierung der Justiz, Knebelung der Medien und Kriminalisierung politischer Gegner beweisen.

Nach einer Vermittlung durch die EU hatte man sich auf Neuwahlen am 5. Juni geeinigt. Allerdings will die Opposition die Wahl boykottieren, weil die Voraussetzungen aus ihrer Sicht nicht erfüllt sind. Obwohl Gruevski im Januar zurücktrat, wird davon ausgegangen, dass er noch immer die Strippen zieht.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen