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FC-Bayern-Frauen in der KönigsklasseIn Europa überzeugen

Die Fußballerinnen des FC Bayern wollen endlich wieder das Halbfinale der Champions League erreichen. Manchester United muss dafür bezwungen werden.

Dynamisch: Bayerns Mittelfeldspielerin Georgia Stanway im Duell gegen den norwegischen Klub Valerenga IF Foto: Michaela Merk/imago

Knapp zwei Wochen sind es noch, bis die Männer des FC Bayern im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League im legendären Stadion Bernabéu bei Real Madrid antreten. Bei den Frauen kommt es schon jetzt an historischer Stätte zu einem Vergleich von ähnlichem Klang. An diesem Mittwoch empfängt Manchester United im Old Trafford die Münchnerinnen, ebenfalls in der Champions League zum Hinspiel in der Runde der letzten acht. Das Rückspiel dieses Viertelfinales findet für die Frauen des FC Bayern am 1. April in der Münchner Arena statt.

Schon jetzt denkt Georgia Stanway viel weiter. „Ich möchte mit Bayern die Champions League gewinnen. Ich scheue mich nicht, das zu sagen“, ließ die englische Mittelfeldspielerin im Magazin kicker vor ihrer Rückkehr nach Manchester wissen. Dort hatte sie vor ihrem Wechsel 2022 zum FC Bayern sieben Jahre lang für Uniteds Stadtrivalen City gespielt. Am Ende dieser Saison wird sich die zweimalige Europameisterin aus München verabschieden. Spekuliert wird, dass es sie zu Arsenal zieht, zum amtierenden Titelverteidiger der Champions League.

Obwohl Stanway unumwunden vom Titel spricht, ist dieser für den FC Bayern eher das mittelfristige Ziel. Auf Sicht soll auch im Frauenfußball internationale Silberware her. Um näher an die kontinentalen Topteams heranzurücken, wurde zuletzt in die Infrastruktur investiert und der Sportpark Unterhaching als künftiges Zentrum der Frauenabteilung erworben, weil sich der Campus zunehmend als zu klein erwiesen hatte. Zudem wurde zu Saisonbeginn der 44 Jahre alte Galicier José Barcala als Trainer verpflichtet. Für den Nachfolger des Norwegers Alexander Straus geht es in dieser Saison vor allem darum, das Fundament zu legen, um sich auf dem Kontinent als Topteam etablieren zu können.

In der Vergangenheit lag man ja ein gutes Stück hinter Europas Spitze zurück. Dreimal war in den jüngsten vier Spielzeiten das Viertelfinale, die erste K.-o.-Runde, jeweils die Endstation. Vor zwei Jahren setzte es das Aus schon nach der Gruppenphase. Und zu Beginn dieser Saison verlor der FC Bayern in der Champions League gegen den FC Barcelona 1:7.

Wolfsburg verliert den Anschluss

Die Enttäuschungen in Europa stehen im krassen Gegensatz zu den nationalen Erfolgen und verdeutlichen das Leistungsgefälle. Hierzulande wird die Übermacht des FC Bayern auch im Frauenfußball immer größer. In der vergangenen Saison gewannen die Münchnerinnen erstmals das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal.

Das aktuelle Tabellenbild der Bundesliga zeigt, dass sie die langjährigen Konkurrentinnen aus Wolfsburg zunehmend abhängen. Nach 19 Siegen und einem Remis aus 20 Spielen steht der nächste Meistertitel für den FC Bayern nicht mehr infrage. Elf Punkte beträgt der Vorsprung auf den VfL. Im Pokal-Halbfinale empfangen die Münchnerinnen am 4. April die SGS Essen. Theoretisch in Aussicht steht also sogar das Triple.

Der nächste Schritt in Europa

Doch in Europa befinden sich die Münchnerinnen erst an der Schwelle zur Spitze. Das 1:7 gegen den alljährlichen Titelfavoriten Barcelona ist abgehakt, auch dank Achtungserfolgen wie dem 3:2 gegen Arsenal. Nun soll der nächste Schritt folgen, der erste Einzug ins Halbfinale seit 2021. Unter die besten vier zu kommen, hatte Klara Bühl als „unser großes Ziel“ bezeichnet, nachdem die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale am letzten Spieltag der Ligaphase durch den Sprung auf den vierten Tabellenplatz geglückt war.

Die fürs Offensivspiel wichtige Linksaußen wird wegen einer Wadenblessur allerdings ebenso fehlen wie die Langzeitverletzten Lena Oberdorf und Sarah Zadrazil nach ihren Kreuzbandrissen und Katharina Naschenweng wegen einer Kapselverletzung. Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, sich gegen Manchester durchzusetzen. United mit den früheren Münchnerinnen Lea Schüller, Julia Zigiotti Olme und Fridolina Rolfö hat erstmals das Viertelfinale erreicht.

Auch deshalb gilt der FC Bayern als favorisiert. Sollte der Sprung ins Halbfinale gelingen, käme es dort zum nächsten klangvollen Vergleich mit Real Madrid oder dem FC Barcelona. Vor allem Barça wäre eine hohe Hürde auf dem weiten Weg ins Finale in Oslo. Ins Endspiel der Champions League haben es die Frauen des FC Bayern übrigens noch nie geschafft.

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