Ex-Chef der US-Notenbank: Alan Greenspan gestorben
Von 1987 bis 2006 leitete Alan Greenspan die US-Notenbank Federal Reserve und erarbeitete sich dort den Titel „Orakel“. Nun starb er mit 100 Jahren.
ap/taz | Der langjährige Vorsitzende der US-Notenbank, Alan Greenspan, ist tot. Er sei am Montag nach Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Parkinson-Erkrankung gestorben, teilte seine Frau Andrea Mitchell mit. Die Federal Reserve, die Greenspan von 1987 bis 2006 geleitet hatte, gab ebenfalls seinen Tod bekannt. Greenspan wurde 100 Jahre alt.
In seinen 18 Jahren und sechs Monaten an der Spitze der Federal Reserve prägte Alan Greenspan eine Ära des Wachstums in den USA mit. Er galt während seiner langjährigen Amtszeit als Chef der einflussreichsten Zentralbank der Welt und danach als „Legende“. Bei seinem Rücktritt im Jahr 2006 wurde der Republikaner Greenspan von seinen Anhängern als „Orakel“ und „Maestro“ gefeiert.
Sein Ansehen litt jedoch enorm darunter, dass der amerikanische Immobilienmarkt zwei Jahre später zusammenbrach und eine globale Finanzkrise auslöste. Das US-Bankensystem fiel damals beinahe in sich zusammen, und die Wirtschaft stürzte in die schlimmste Rezession seit den 1930er Jahren.
Kritiker machten vor allem Greenspans lockere Geldpolitik und sein ihrer Meinung nach übertriebenes Vertrauen in nur schwach kontrollierte Finanzmärkte für die Krise verantwortlich. Der gebürtige New Yorker Greenspan räumte später ein, dass er einen Fehler gemacht habe, als er davon ausgegangen war, dass sich die Banken des Landes, deren Stabilität das Finanzsystem und die gesamte Wirtschaft stütze, im Wesentlichen selbst regulieren könnten.
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