Es war einmal... Olympia: Der Bayer mit der Flinte
Wie Konrad Wirnhier sich den Druck wegschoss und das Finale dahoam gewann.
Bild: imago/sven simon
Mit einer Schrotladung von 24 Gramm gilt es, 25 tönerne Tauben, die aus Hoch- und Niederhaus aufsteigen, vom Himmel zu holen. Bei einem Schuss pro Taube müssen Einzelscheiben und Dubletten getroffen werden. Experten wissen es längst: Die Rede ist vom olympischen Skeet.
Nach Platz drei bei der Olympiapremiere 1968 gelang dem Niederbayern Konrad Wirnhier bei seinen Heimspielen in München der große Triumph. Mit seiner selbst gebauten Flinte schoss sich Wirnhier zu Gold. Sein Erfolgsrezept: „Ich hatte der Presse gesagt, dass ich höchstens 15. werden könne. Damit war der ganze Druck weg.“
Nach Karriereende widmete sich der Bilderbuchbayer dem Bau seiner teuer gehandelten Flinten. Seine Kenntnisse gab er zudem an den Nachwuchs weiter. Sein Rat: „Wurftaubenschützen müssen die hohe Schule einer fließenden Bewegung lernen. Aus der Bewegung heraus in den Anschlag gehen, zielen, treffen und dabei nicht ein klitzekleines Weilchen verkrampfen – das ist es.“
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert