Erdbeben in Venezuela: Regierung zählt 2.295 Tote, Zehntausende weiter vermisst
Die offizielle Zahl der Erbebenopfer in Venezuela ist weiter gestiegen. Noch immer werden Überlebende entdeckt. Notunterkünfte sind überfüllt.
Foto: Miguel Medina/pool afp/ap/dpa
ap/afp/epd/taz | Nach den schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Todesopfer und Verletzten weiter an. Regierungsangaben zufolge kamen mindestens 2.295 Menschen ums Leben. Die Zahl der Verletzten stieg auf 11.267, wie die Regierung am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Die Regierung hat zudem sieben Tage Staatstrauer ausgerufen. „Heute begleiten wir die Familien, die ihre Liebsten verloren haben, und werden für die Verwundeten, weiterhin Verschwundenen und die betroffenen Gemeinschaften beten“, erklärte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Telegram.
Die Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten das Land am 24. Juni im Abstand von nur 39 Sekunden erschüttert. Noch immer werden Tausende Menschen vermisst.
Laut der nicht staatlichen Webseite venezuelareporta, auf der vermisste Menschen gemeldet werden können, fehlt von über 41.000 Menschen weiter jede Spur. Nur etwas weniger als 6.000, der ursprünglich auf der Seite Gesuchten, konnten mittlerweile wiedergefunden werden.
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Hilfsorganisationen warnen vor einer sich verschärfenden medizinischen Krise. Tausende Vertriebene schlafen in überfüllten Notunterkünften oder im Freien – ohne Zugang zu sauberem Wasser und unter schlechten hygienischen Bedingungen.
Nach Einschätzung von Ärzten und Hilfsorganisationen könnten unbehandelte Verletzungen und Infektionskrankheiten in den kommenden Tagen und Wochen weitere Menschenleben fordern.
Noch immer finden Retter Lebende unter den Trümmern, darunter am Dienstag ein Kleinkind. In dem besonders schwer betroffenen Ort Catia La Mar war am Mittwoch ein 43-Jähriger unter den Trümmern eines eingestürzten, siebenstöckigen Gebäudes lebend entdeckt worden.
Am frühen Donnerstagmorgen waren die Rettungskräfte nur noch knapp einen Meter von dem Mann entfernt. Vorsichtig trugen sie weitere Trümmer ab, um weitere Einstürze in dem Schuttberg zu verhindern.
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