piwik no script img

Entführte Mädchen in NigeriaPolizei verbietet Demonstrationen

Nigerias Polizei verbietet Demonstrationen für die vor fast zwei Monaten entführten Schülerinnen. Als Grund für das Verbot werden Sicherheitsbedenken angeführt.

Der Protest gegen die Entführung der Mädchen darf nicht mehr auf der Straße stattfinden Bild: dpa

ABUJA dpa | Die nigerianischen Sicherheitskräfte haben Demonstrationen für die Freilassung von über 200 von Islamisten entführten Schülerinnen verboten. Dies gab der zuständige Polizeichef Joseph Mbu am Montagabend in der Hauptstadt Abuja bekannt. Als Grund nannte er Sicherheitsbedenken.

Seit die überwiegend christlichen Mädchen vor fast zwei Monaten im Bundesstaat Borno verschleppt worden waren, war es in vielen Landesteilen immer wieder zu Protesten gekommen.

Zu der Entführung hatte sich die Terrorgruppe Boko Haram bekannt, die bereits vor Wochen angekündigt hatte, sie werde die Geiseln als Sklavinnen verkaufen. Die Extremisten wollen im Norden Nigerias einen islamistischen Gottesstaat aufbauen. Präsident Goodluck Jonathan hatte der Opposition zuletzt vorgeworfen, die Demonstrationen auszunutzen, um die Regierung zu destabilisieren.

Aktivisten der Gruppe „Bring Back Our Girls“ (Bringt unsere Mädchen zurück) und Menschenrechtler kritisierten das Demonstrationsverbot. Sie wollten noch am Dienstag vor Gericht ziehen, um die Anordnung aufheben zu lassen, berichtete die Zeitung Premium Times Nigeria.

Nur noch 460 – dann sind wir 50.000

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 460 Freiwillge, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare