Elon Musk kauft Energieunternehmen: KI-Kampf in den USA
Multimilliardär Elon Musk kauft still und heimlich ein Energieunternehmen. Derweil verbietet ein erster Bundesstaat den Bau von neuen Rechenzentren.
Elon Musk hat sich still und heimlich ein Energieunternehmen in Florida angeeignet. Der Tesla-CEO und Eigentümer der Plattform X, der gerne im Rampenlicht steht, tätigte den Kauf von APR Energy allerdings ganz ohne medienwirksame Show. Weder er noch das Unternehmen veröffentlichten eine Pressemitteilung nach der Übernahme, die bereits vor mehreren Wochen über die Bühne ging.
Der Verkauf von APR Energy an Musk kam nur ans Licht, da eine lokale Reporterin in Jacksonville, Florida – der Stadt, in der das Unternehmen beheimatet ist –, bei einer Recherche zufällig darauf stieß. Akten und Dokumente bestätigten den Verkauf des Unternehmens an Musk. Eine vorzeitige Vertragsauflösung durch die US-Handelskommission FTC fiel der Journalistin dabei besonders ins Auge. Demnach soll Musk bereits am 14. Mai das hinter APR Energy stehende Unternehmen gekauft haben.
Durch die von der FTC genehmigte vorzeitige Vertragsauflösung entging die Übernahme auch der üblichen kartellrechtlichen Prüfung. Der Kaufpreis war zunächst nicht bekannt.
Ein gesondertes Dokument gab jedoch wenig später Aufschluss darüber. Die Firma Duos Technologies Group, die sich auf die Verwaltung von Rechenzentren fokussiert, erklärte in einem Antrag an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, dass sie ihren Anteil an APR Energy in Höhe von 5 Prozent für 50,4 Millionen Dollar verkauft habe.
Ein Kauf für stromhungrige Rechenzentren
Das würde bedeuten, dass die komplette Übernahme des Energieunternehmens mehr als 1 Milliarde Dollar gekostet hätte. Weder Musk noch Tesla kommentierten auf Anfrage den Kauf an APR Energy. Warum der Mann, der mit Solarenergie und Elektroautos Milliarden erwirtschaftet hat, sich ein Unternehmen gekauft hat, das vorwiegend modulare Gas- und Dieselgeneratoren betreibt, ist nicht bekannt.
US-Medien vermuten jedoch, dass es mit der Expansion von stromhungrigen Datenzentren zu tun hat. Auf diese ist unter anderem der auf künstliche Intelligenz basierende Assistent Grok von Musks Firma xAI angewiesen.
Musk setzt bereits jetzt schon auf den umweltschädlichen Gebrauch von Gasgeneratoren, um damit zwei Supercomputer in Memphis, Tennessee, zu betreiben. Die Bürgerrechtsorganisation NAACP sowie weitere Umweltgruppen hatten diesbezüglich Klage eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen xAI vor, bis zu 35 Turbinen ohne Genehmigung erbaut zu haben. Zudem würden die Abgase der Generatoren die Luft verschmutzen. Das Justizministerium hatte die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass der Betrieb zur nationalen Sicherheit beitrage.
New York verbietet neue Datenzentren
Am selben Tag, als Musks heimlicher Kauf eines Energieunternehmens bekannt wurde, hat New York als erster US-Bundesstaat überhaupt den Bau von neuen Datenzentren vorübergehend verboten. „Da der Ausbau von Rechenzentren die Energiekosten in die Höhe zu treiben droht, unsere natürlichen Ressourcen zu erschöpfen und bei den Einwohnern New Yorks für Unsicherheit zu sorgen“, sagte die demokratische Gouverneurin New Yorks, Kathy Hochul, am Dienstag während einer Pressekonferenz.
Für mindestens ein Jahr werden in New York somit keine neuen Rechenzentren errichtet. Der US-Bundesstaat Maine war drauf und dran, noch vor New York ein ähnliches Moratorium für den Bau von Datenzentren zu unterzeichnen. Obwohl das Parlament von Maine parteiübergreifend für das Verbot gestimmt hatte, legte die dortige Gouverneurin Janet Mills ihr Veto ein.
Kritiker des Moratoriums in New York befürchten, dass dadurch Millionen an Steuergeldern verloren gehen könnten. Auch die Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit des Bundesstaats würde dadurch nachhaltig beeinträchtigt werden. Etwa ein Dutzend anderer Bundesstaaten planen ähnliche Verbote, die den Bau von Datenzentren stoppen oder zumindest verlangsamen sollen.
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