Eintracht Braunschweig steigt wieder auf: Überraschend schon Zweitligist

Eintracht Braunschweig verliert gegen den SV Meppen. Und erreicht trotzdem den Wiederaufstieg, weil der 1. FC Kaiserlautern überraschend verliert.

Fußballspieler in gelben und blauen Trikots springen nach einem Ball

Jonas Fedl (l) vom SV Meppen in Aktion gegen Lion Lauberbach (3.v.l) von Eintracht Braunschweig Foto: Werner Scholz/dpa

Der SV Meppen hat seit dem 23. Spieltag am 26. Januar kein Spiel mehr für sich entschieden. Nun haben sie nach so langer Zeit ihr erstes Spiel ausgerechnet gegen Braunschweig gewonnen. Die Eintracht und der SV Meppen waren zeitweise Konkurrenten um die vordersten Plätze in der Tabelle der 3. Liga. Im Dezember 2020 lagen die Emsländer auf dem 3. Platz und erlebten ihren ersten Dämpfer ausgerechnet in Braunschweig, wo sie am 4. Dezember eine 0:5-Klatsche bekamen. Zwar rappelte sich das Team von Trainer Rico Schmitt noch mal kurz auf, doch dann herrschte lange Flaute.

Anders verlief die Formkurve von Eintracht Braunschweig. Die Ost-Niedersachsen starteten mit einer neu formierten Mannschaft und dem neuen Trainer Michael Schiele in die Saison. Nach einem schlechten Auftakt mit einer 0:4-Heimpleite gegen Viktoria Berlin am zweiten Spieltag fing sich das Team und lag schon sechs Spieltage später auf dem Relegationsplatz. Seitdem spielten die Braunschweiger oben mit.

Obwohl es bei den Meppenern vor dem Spiel familiär zuging und einige Spieler wie Mannschaftskapitän Thilo Leugers verabschiedet wurden, waren die Emsländer von Beginn an giftig. Es war der Mannschaft anzumerken, dass sie den Braunschweigern kräftig in die Suppe spucken wollten. Direkt nach dem Anpfiff stürmte der SV nach vorne. Nach einem Foul der Braunschweiger im Strafraum gab es Elfmeter. Leugers, der zur Mannschaftsaufstellung noch seine Tochter auf dem Arm hielt, versenkte den Elfer zum 1:0. Nur vier Minuten später wurde er in seinem letzten Heimspiel für den SV Meppen ausgewechselt. Der Kurzeinsatz war so abgesprochen, der Elfmeter wohl nicht. Eine schöne Geste für Leugers, der unweit von Meppen in Lingen geboren wurde und seit 2016 für den Verein spielt.

Die Meppener ließen nach der Auswechslung ihres Kapitäns nicht nach und bedrängten die Braunschweiger, die kaum ihre gefährlichen Konter starten konnten. Vermutlich wollten die Meppener Braunschweig nicht noch mal in ihrem Stadion den Aufstieg feiern sehen. Sie erinnerten sich vielleicht an das Spiel gegen Braunschweig vor zwei Jahren. Damals feierte die Eintracht ihren Aufstieg im Emsland – allerdings wegen Corona ohne Fans.

Entscheidung am Sonntag

In der zweiten Halbzeit tat Braunschweig, was es tun musste. Die Eintracht baute, angefeuert von zahlreichen Fans, großen Druck auf und drängte auf Tore. Es kam fast, wie es kommen musste. In der 68. Minute fiel der Ausgleich durch Enrique Pena Zauner. Das Drehbuch wollte es, dass Meppen in der 79. Minute einen Spieler durch eine gelb-rote Karte verlor.

Ein Happy End sah das Skript für die Braunschweiger jedoch nicht vor. Rene Guder, der Meppen ebenfalls verlässt, schloss einen Konter zum 3:2 ab und zerstörte damit am vorletzten Spieltag die Braunschweiger Träume – vorerst. Denn der Wiederaufstieg in die Zweite Liga gelang den Löwen trotzdem, egal wie das Spiel gegen Viktoria Köln am letzten Spieltag ausfallen wird: An diesem Sonntag unterlag der 1. FC Kaiserlautern Viktoria Köln überraschend mit 0:2. In der Tabelle hat Braunschweig nun einen Punkt mehr als Kaiserlautern, von denen sie nun nicht mehr vom zweiten Platz verdrängt werden können. „Nie mehr 3. Liga!!! Nie mehr, nie mehr“, twitterte der Verein am Sonntag.

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