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Einfach mal zuhören

Vor einem Jahr endete der NSU-Prozess, im Haus der Kulturen der Welt fragt man drei Tage, was bleibt

Von Anina Ritscher

Zuhören als solidarische und politische Handlung – darum geht es in der Veranstaltungsreihe „Das bleibt!“, die am Wochenende im Haus der Kulturen der Welt stattfindet. Ein Jahr nach Ende des NSU-Prozesses sollen hier die Nebenkläger*innen zu Wort kommen. Denn das wurde laut der Programmmacherin Ayşe Güleç während des Prozesses versäumt: „Den Angehörigen wurde nicht zugehört. Sobald sie über ihre Erfahrungen während der Ermittlungen sprechen und ihre Analysen einbringen wollten, wurden sie im Gerichtssaal gestoppt.“

In einer Gesprächsrunde am Freitag erzählen drei Angehörige, wie sie den langen Prozess erlebt haben – und wie sie ein Jahr nach Ende des Prozesses weiterleben. Viele Fragen bleiben bis heute offen: Hat der Verfassungsschutz die Aufklärung der Morde ernst genug genommen? Welche Rolle hat möglicherweise struktureller Rassismus in den Ermittlungen gespielt? Und wie geht der Kampf gegen rechte Gewalt weiter? Diese Fragen beleuchten die Angehörigen aus ihrer Sicht.

Am Samstag und Sonntag finden zudem Workshops statt. Einer dreht sich um die Kontinuität rassistisch motivierter Gewalt. Auch hier hören die Teilnehmenden zu: Ein Überlebender des Brandanschlags in Mölln 1992 erzählt. In weiteren Workshops geht es um die Konsequenzen des Prozesses: Für den Verfassungsschutz, für die Angehörigen, für die Zivilgesellschaft. An allen drei Tagen ist eine Videoinstallation zu sehen, Eintritt zu „Das bleibt!“ ist frei.

Programm: www.hkw.de

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