heute in bremen : „Eindrücke durch winzige Schlüssellöcher“
Stefan Berthold,Jahrgang 1963, leitet das Theaterkontor.
taz: Herr Berthold, warum brauchen Miniaturen ein Festival?
Stefan Berthold: Viele Künstlerinnen und Künstler erarbeiten ihre Skizzen im stillen Kämmerlein. Bei Menschen, die im Literatur- oder Theaterbereich tätig sind, bleiben diese häufig unveröffentlicht. Genau für diese Skizzen möchten wir ihnen Raum geben.
Was hat es dabei mit der „gewollten Winzigkeit“ auf sich?
Mit der Ausstellung möchten wir Menschen die Möglichkeit geben, sich neuen kreativen Eindrücken zu öffnen. Es braucht Zeit, sich auf die Miniaturen einzulassen und die Kleinigkeiten zu fokussieren. Metaphorisch gesprochen lässt sich der Besuch im Theaterkontor mit einer Wanderung durch ein Labyrinth vergleichen: Vom Keller bis zum Hinterhof kann man sich auf die Suche nach Schränken machen, in die man Eindrücke durch winzige Schlüssellöcher bekommt.
Was ist das Besondere an der Ausstellung in diesem Jahr?
Bei bei der letzten Ausstellung haben wir erstmals ein Thema vorgegeben. Das wurde dieses Jahr auch wieder gemacht – es lautet „Erinnerungen“. Aber nicht generelle, sondern eben persönliche Erinnerungen. Wir haben Schränke und Kommoden gespendet bekommen, welche die Kunstschaffenden unter Berücksichtigung der Möbel-Architektur mit Inhalten füllen sollten.
Welche künstlerischen Formen sind vertreten?
Miniaturen – Kunst im Kleinen, Theaterkontor, Schildstraße, ab 18 Uhr
Mal wurde der Kleiderschrank zu einem Wohnzimmer umgestaltet, ein anderes Mal zu einem kleinen privaten Erinnerungsraum. Ganz besonders ist der Keller mit dem „Jubilarium“. Zum 40-jährigen Bestehen des Theaterkontors haben wir die Künstlerinnen und Künstler gebeten, ein Erinnerungsstück an das Kontor mitzubringen, um diese auszustellen.
Interview Paulina Hemesath
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