: Eichel: Kein Geld für Pleite-Berlin
BERLIN taz ■ Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) ist gar nicht vergnügt über Berlins Finanzloch. Eichel sagte gestern zum Entsetzen seiner Berliner Parteifreunde, er sei nicht bereit, Berlin bei der Sanierung seines Haushaltes finanzielle Hilfe zu gewähren. In Berlin regiert eine Koalition von SPD und PDS, die auf Finanzspritzen hofft. „Der Bund kann hier gar nicht einspringen“, schrieb Schröders Kassenwart in einem E-Mail-Forum, das die Berliner Zeitung gestern veröffentlichte. Die Finanzlage von Bremen und dem Saarland sei noch viel schlimmer als die von Berlin. „Und die vom Bund ist noch schlechter.“ Experten dürften das bezweifeln. Der aktuelle Schuldenstand Berlins liegt bei 53 Milliarden Euro, die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen im laufenden Budget bei 2,5 Milliarden Euro. Die Stadt, so Eichel, habe von allen deutschen Ländern die höchsten Pro-Kopf-Einnahmen: „Die Stadt hat aber auch riesige Ausgaben. Es ist jetzt die Aufgabe des Senats und nicht die des Bundes, den Haushalt der Stadt in Ordnung zu bringen.“ CIF
kommentar SEITE 12
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen