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Doku über Absturz von Dieter BohlenDem Goldrausch auf der Spur

Das Format „Topfvollgold“ zeigt, wie Journalismus auf Youtube funktionieren kann – am Beispiel des Absturz' von Dieter Bohlen.

Unabhängiger Journalismus auf Youtube hat: viel Platz, um ein Thema in der Tiefe zu bearbeiten, wie es etwa in der Zeitung nicht möglich ist. Im Fall des Youtube-Formats „Topfvollgold“ ist es zum Glück auch noch toll recherchiert. Der Journalist Mats Schönauer betreibt den Kanal. Er ist ehemaliger Chefredakteur des medienkritischen Bildblogs und hat etwa ein Buch über die Bild geschrieben. Bei „Topfvollgold“ macht er Deepdives zu Peter Lustig oder KI auf Facebook.

Sein aktuellstes Video beschäftigt sich mit Dieter Bohlen, der plötzlich mit einem zwielichtigen Youtube-Goldhändler kooperiert und in den Schwurbelsumpf abdriftet. Schönauer zeigt in seinen 20 Minuten immer wieder Interviewauschnitte von RTL-Star Bohlen und Goldhändler Dominik Kettner. Der verbreitet Panik, präsentiert als Lösung Gold und verhilft nun Bohlen zu einer Plattform am rechten Rand. Im Interview sprechen die beiden über „Woke-Scheiße“, „Gutmensch-Getue“.

Journalist Schönauer hat für sein Video auch das Webinar „Finanzielle Selbstverteidigung“ von Kettner besucht. Darin verbreiten politisch Gleichgesinnte, wie etwa Peter Hahne (Ex-ÖRR-Moderator, nun Gastautor bei Tichys Einblick), oder die Schwurbelfürstin Gloria von Thurn und Taxis die Verschwörungsideologie zum übergriffigen Staat oder reden über die Stadtbild-Debatte.

Schönauer ordnet die Strategien von Kettner ein und zeigt dabei auch, wie sich Bohlen als Stargast der Runde perfekt in die Untergangserzählungen einreiht: Deutschland habe sich wegen „unseren geliebten Politikern“ zu einem Land mit null Wachstum entwickelt.

Gut, dass Jour­na­lis­t:in­nen wie Schönauer in solchen Webinaren sitzen, damit alle mitbekommen, wie sich gerade viele Figuren zur politischen Rechten bewegen. So kann niemand sagen: Ich habe es nicht kommen sehen.

„Der Absturz von Dieter Bohlen“, topfvollgold auf Youtube

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