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Doktortitel aberkannt

Promotion Plagiatsaffäre um Sozialwissenschaftler in Göttingen: Universität bestätigt den Vorfall

90 Prozent der Einleitung und das Fazit stammen aus einer Habilitationsschrift

Die Göttinger Universität ist von einem schwerwiegenden Plagiatsfall betroffen. Weil er große Teile seiner 2012 an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät eingereichten und 2013 veröffentlichen Dissertation abgeschrieben habe, sei einem ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Doktortitel aberkannt worden, berichtet das Göttinger Tageblatt. Ein Sprecher der Hochschule bestätigte die Vorfälle.

Demnach stammen mehr als 90 Prozent der Einleitung sowie praktisch das gesamte Fazit der Doktorarbeit aus einer zuvor veröffentlichten politikwissenschaftlichen Habilitationsschrift. Außerdem bediente sich der Mann, der zuletzt an der Universität Hildesheim beschäftigt war, aus einer weiteren Dissertation, ohne diese als Quelle zu nennen.

Der Plagiatsfall sei Ende Juni aufgedeckt worden, sagte ein Sprecher der Hochschule. Die Fakultät leitete daraufhin eine Untersuchung ein. Am 15. Juli wurde dem Mann der Doktortitel aberkannt. Die betreffende Dissertation war mit einem Preis ausgezeichnet worden.

Auch in weiteren wissenschaftlichen Beiträgen für Fachbücher soll der Beschuldigte abgeschrieben haben. Das bei der Bewerbung in Göttingen vorgelegte Magisterzeugnis der Münchner Universität soll überdies gefälscht gewesen sein, wie die Hochschule mitteilt. In Göttingen war der wissenschaftliche Mitarbeiter auch in der Lehre tätig, er betreute unter anderem Studierende bei ihren Haus- und Abschlussarbeiten. Zuletzt hatte es in Göttingen 2014 Plagiatsvorwürfe gegen einen Absolventen der Medizinischen Fakultät gegeben. (epd)

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