piwik no script img

Doğan Akhanlı in spanischer HaftFreilassung angeordnet

Der auf Betreiben der türkischen Justiz verhaftete Schriftsteller wird gegen Auflagen entlassen. Er muss vorläufig in Madrid bleiben.

Tobias Schulze

Aus Berlin

Tobias Schulze

Der in der Spanien festgenommene Schriftsteller Doğan Akhanlı kommt frei. Ein spanisches Gericht hat nach einer Anhörung am Sonntagvormittag die Haftentlassung mit der Auflage angeordnet, dass Akhanlı in Madrid bleibt. Das bestätigte sein Anwalt der taz.

Akhanlı, ein in der Türkei geborener Schriftsteller mit deutscher Staatsbürgerschaft, war am Samstag während seines Urlaubs in Spanien festgenommen worden. Grundlage dafür war offenbar ein Fahndungsersuchen aus der Türkei, wo Akhanlı einst wegen der mutmaßlichen Beteiligung an einem Raubmord vor Gericht stand.

In Deutschland war seine Festnahme am Wochenende auf breite Kritik gestoßen. Deutsche Politiker vermuten, dass die türkische Regierung Akhanli unter anderem wegen seiner kritischen Haltung zum türkischen Völkermord an den Armeniern verfolgen lässt.

Außenminister Sigmar Gabriel hatte noch am Samstagabend mit seinem spanischen Amtskollegen Alfonso Dastis telefoniert und sich für Akhanlı eingesetzt.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

2 Kommentare

 / 
  • Wilfried Kramme

    "Der in der Türkei festgenommene Schriftsteller Doğan Akhanlı kommt frei." Bitte den ersten Satz dieses Artikels dringend korrigieren!

    • Tobias Schulze , Autor des Artikels, Parlamentskorrespondent

      @Wilfried Kramme:

      Hauptsache Italien. Danke für den Hinweis, ist korrigiert.