Diskussion über Gazakrieg ohne Finkelstein: Finkelstein kommt - per Video
Eine Veranstaltung zum Gazakrieg findet ohne den Hauptredner statt: Von dem umstrittenen Politologen Finkelstein gibts nur einen Film zu sehen.
Die umstrittene Veranstaltung zum Gazakrieg wird am heutigen Freitag auch ohne Norman Finkelstein stattfinden. Die Veranstalter planen, in der Galerie der Tageszeitung Junge Welt eine Videoaufnahme von einem Auftritt Finkelsteins in Prag zu zeigen. Dazu haben sie neue Podiumsteilnehmer eingeladen, die mit dem Publikum über den Gazakrieg diskutieren sollen.
Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Norman Finkelstein sollte im Rahmen einer Vortragsreise durch Europa unter anderem in Berlin zum Gazakrieg referieren. Finkelstein ist Autor des Buches "Die Holocaust-Industrie". Darin stellt er die These auf, dass jüdische Eliten das Gedenken an den Genozid instrumentalisieren. Kritiker werfen ihm Antisemitismus vor. Nach massiver Kritik an seinen Auftritten hatten die Heinrich-Böll-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung ihre Mitarbeit an der in Berlin geplanten Veranstaltung aufgekündigt. Finkelstein sagte vergangene Woche seine Reise nach Deutschland ab.
Die Veranstalter, darunter verschiedene propalästinensische Organisationen und die Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost (EJJP), halten die Veranstaltung weiterhin für sinnvoll, sagt Fanny Reisin, Mitglied der EJJP. Neben Nidal Bulul, einem palästinensischen Videojournalisten, und Yahav Zohar, der für das Israelische Komitee gegen Häuserzerstörung arbeitet, tritt Hermann Dierkes, Mitglied der Linkspartei, als Diskutant auf. Dierkes war im letzten Jahr als Fraktionsvorsitzender und Oberbürgermeisterkandidat in Duisburg zurückgetreten, nachdem ihm aufgrund eines Aufrufs zum Boykott israelischer Waren Antisemitismus vorgeworfen wurde. Zoé Sona
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