Die Wahrheit: Geisterspiele

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über gespenstischen Fußball erfreuen.

Foto: Reuters

Ich hab zu diesen Geisterspielen ein paar Fragen:

Warum die auf dem Platz nicht ihre Masken tragen?

Zumindest um den Hals für alle Fälle,

dass sie die hochziehn können auf die Schnelle,

bevor sie in den heißen Zweikampf gehen,

wenn sie im Strafraum zu eng beieinander stehen.

Ja, gelten hier die Abstandsregeln nicht?

Auch für die Viererkette? Steht die nicht zu dicht?

Und wenn zum Einwurf sie den Ball sich greifen,

warum sie sich danach nicht gleich die Hände seifen?

Und wenn der Coach im Aus den Ball berührt,

warum wird der nicht gleich desinfiziert?

Wenn Spieler rücksichtsvoll ins Abseits rennen.

Ja, sollte das der Schiri dann nicht anerkennen?

Vielleicht gibt er dann Eckball, oder nein: Kredit,

bevor er später mal das gelbe Kärtchen zieht.

Ich pfeif mir ratlos diese Geisterspiele rein.

Denn die zentrale Frage muss doch sein:

Ob meine Fragen nicht total ins Leere zielen,

wenn da nicht Spieler, sondern ihre Geister spielen.

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