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Die WahrheitWeißer Sonntag 2020

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit: Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über katholische Infektionsfreuden erfreuen.

Die Glocke schlug grad die elfte Stunde,

das Kind kaute eine Oblate im Munde.

Gereicht vom Priester im weißen Gewand,

er gab sie dem Kinde aus eigener Hand.

Das Kind kaute tapfer und schaute recht bang,

doch dann sprach der Priester in ruhigem Klang:

Mein Kind, wir haben Corona-Session

und feiern gleichwohl deine Erstkommunion.

Doch hab keine Angst vor dem Abendmahl,

du musst nachher nicht in das Hospital.

Denn grad in den Zeiten der Pandemie

befolgen wir auch bei der Eucharistie,

so, wie es hoffentlich jedermann tut,

das elfte Gebot, und zwar resolut,

erlassen vom Robert-Koch-Institut:

Vor den Messen, nach den Messen,

Händewaschen nicht vergessen!

So koste den Leib von Gottes Sohn

und fürchte dich nicht vor der Schmierinfektion.

Die Wahrheit auf taz.de

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hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.


Die Wahrheit

hat drei Grundsätze:

Warum sachlich, wenn es persönlich geht.

Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.

Warum beweisen, wenn man behaupten kann.

Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.



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